Vor 25 Jahren war der TSV Notzingen hinter dem VfL Kirchheim die zweite Fußball-Macht in der Teckregion. Ab der Saison 1983/84 war es für die Eichert-Elf stetig nach oben gegangen. Großen Anteil am Höhenflug hatten die Notzinger Urgesteine Uli Bosler und Frank Strauß. Beide Eichert-Eigengewächse spielten in ihrer langen Laufbahn nie für einen anderen Verein. „Mir war es wichtiger, mit meinen Kumpels zu spielen, als den Verein zu wechseln“, erinnert sich Bosler an seine aktive Zeit. Dabei hatte der mittlerweile 62-Jährige fast in jeder Saison lukrative Angebote, die er jedoch allesamt ausschlug „Wenn ich gewechselt hätte, wäre es für Notzingen schwer gewesen, so erfolgreich zu sein“, sagt er.
Für Frank Strauß war der Schlüssel zur Erfolgsgeschichte die Verpflichtung von Manfred „Manne“ Mettang als Trainer: „Wir wollten weiter nach oben und waren der Meinung, dass dies mit einem Spielertrainer besser geht.“ 1985 übernahm Mettang zum ersten Mal den TSV Notzingen und schaffte sofort den Aufstieg in die Bezirksliga. Nach vier Jahren war Schluss, aber 1993 übernahm Mettang noch einmal die Verantwortung im Eichert und schaffte 1995 den Aufstieg in die Landesliga, wo in der Premierensaison auf Anhieb die Vizemeisterschaft gelang – der bis heute größte Erfolg im Notzinger Fußball, zumal die Landesliga damals noch sechsthöchste Spielklasse war.
Danach beendete Bosler seine erfolgreiche Karriere, während der drei Jahre jüngere Strauß noch drei Jahre weitermachte. Insgesamt können beide Notzinger Legenden auf eine erfolgreiche Laufbahn zurückblicken: Beide spielten neun Jahre Bezirksliga, Bosler wurde dabei einige Mal Torschützenkönig. In 666 Spielen erzielte der über 400 Tore. Frank Strauß war eher der Vorlagengeber, traf aber auch in über 600 Spielen fast 300 mal ins Schwarze. Beide wurden nacheinander Meister in der Kreisliga B (83/84), Meister der Kreisliga A (85/86), danach binnen acht Jahren fünfmal Bezirksliga-Vizemeister (86/87, 89/90, 90/91, 91/92, 93/94), Bezirkspoklasieger (93/94) und Meister der Bezirksliga (94/95). Außerdem durften beide noch dreimal (86, 92, 93) als Gewinner des Teckbotenpokals – damals noch im Wochenendmodus – vom Platz gehen.
Auch nach ihrer aktiven Laufbahn sorgten Bosler und Strauß für Furore. 2003 wurden sie mit dem TSVN württembergischer Meister der Senioren, für die Uli Bosler bis vor zwei Jahren noch mit am Ball am. Mittlerweile freuen sich beide, dass es „ihr“ Verein geschafft hat, nach langen Jahren zumindest wieder in die Kreisliga A aufzusteigen: „Mit Michael Panknin kam wieder richtig Schwung rein. Nun hoffe ich, dass sich unsere Mannschaft in den nächsten Jahren stabilisiert“, so Bosler.
Mehr Aufmerksamkeit schenkt der 62-Jährige seinem Sohn Samuel, der nach Stationen in Weilheim und Kirchheim aktuell beim Verbandsligisten TSV Oberensingen spielt. „Wenn es irgendwie geht, schaue ich mir jedes Spiel an“, verrät er. Frank Strauß verfolgt den (Notzinger) Fußball nur noch am Rande.

