Tolles Debüt als Ausrichter: Bei seiner erstmaligen Rolle als Gastgeber des einwöchigen Turniers hat der TSV Notzingen alle Kritiker Lügen gestraft – unter der Federführung der Fußballabteilung um deren umtriebigen Chef Michael Panknin trotzte der TSV nicht nur den beengten Verhältnissen seines Sportgeländes und dessen überschaubarer Infrastruktur, sondern bewies mit Tatkraft, Zusammenhalt und Beharrlichkeit, dass auch ein vermeintlich kleiner Verein ein Mammutevent wie den Teckbotenpokal erfolgreich stemmen kann.
Unter dem Durchschnitt agierten die Torjäger im Notzinger Eichert beileibe nicht: Mit 217 Treffern fielen im Vergleich zu den Turnieren vergangenes Jahr in Jesingen (209) und 2023 in Holzmaden (202) mehr Tore. Der Rekord der vergangenen Jahre wurde beim Turnier 2019 in Neidlingen aufgestellt, wo es insgesamt 225 Mal klingelte.
Rote Karten gab es während der insgesamt 51 Turnierspiele vier: Liam Breuling (TV Neidlingen II/Tätlichkeit), Lucas Andrade (TSV Weilheim/Notbremse), Sorin Dascalu (TSV Ötlingen II/Beleidigung) und Jannik Brüske (TSV Notzingen/Notbremse) bekamen jeweils die bei Freundschafts- und Turnierspielen üblichen Zeitstrafen aufgebrummt, sind demnach alle drei zum Rundenstart am 24. August spielberechtigt.
Niederschläge prägten die 61. Turnierauflage wie kaum eine andere in den vergangenen Jahren. Laut Daten der Messtation des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Notzingen fielen allein am Auftaktsonntag 21,1 Liter Regen pro Quadratmeter – 3,9 davon eine halbe Stunde vor dem Auftaktspiel innerhalb von gerade mal zehn Minuten. „Alles über 1,7 für so einen Zeitraum ist per Definition Starkregen“, erläuterte Carola Grundmann vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD in Freiburg.
Improvisieren war im Eichert an der Tagesordnung. Beispiel Turniersprecher: Da Michael Lenz („Holladahiti“) aus Gründen nicht durch die Kletterluke zum ersten Stock des Turnierleiterturms passte, moderierte er kurzerhand ebenerdig auf Gartenstuhl am Gartentisch. „Macht nix“, so die 63-jährige Frohnatur.
Erste Hilfe gleich am ersten Tag: Turniersprecher Helge Waider rutschte auf dem regennassen Turnierleiterturm am Auftaktsonntag derart unglücklich von der Leiter, dass er sich eine saftige Schienbeinprellung inklusive Hautabschürfungen zuzog. „Ich konnte nachts nicht schlafen vor Schmerzen“, stöhnte der 62-Jährige.
Regelkunde vom Fachmann: Im „Steilpass“-Video von Reimund Elbe erklärte Steffen Müller in seiner Funktion als Obmann der Schiedsrichtergruppe Nürtingen die neu eingeführte Acht-Sekunden-Regel für Torhüter. „Wenn der Torwart den Ball nicht innerhalb von acht Sekunden wieder ins Spiel bringt, gibt es künftig Eckstoß“, so Müller, „dadurch wird das Spiel schneller und attraktiver gemacht.“
Safety first: Für die Sicherheit in den Turniernächten sorgten die Mitglieder des Vereins der Hundefreunde Nürtingen. Jeweils von 0.30 bis 7 Uhr patrouillierten nächtlich drei Mensch-Tier-Gespanne über das Gelände. „Wenn im Dunkeln ein Hund bellt, verziehen sich die Leute schon“, wusste Steffen Knauss, langjähriger Kicker des TSVN nach zwei Nachtschichten infolge. Den Kontakt zu den Turniermachern hatten er und VdH-Urgestein Iris Bachofer aus Wellingen hergestellt.
Pechvogel des Turniers war Igor Zivkovic vom TSV Weilheim II. Nach einem Zusammenprall im Viertelfinale gegen den TSV Jesingen musste der Stürmer mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Erste Befürchtungen, Zivkovic hätte sich Frakturen im Gesichtsbereich zugezogen, bestätigten sich allerdings nicht. Mit starken, schmerzhaften Prellungen konnte der 19-Jährige das Krankenhaus noch am Samstagabend wieder verlassen.
Lauter statt Bodenbach: „Steilpass“-Produzent Reimund Elbe musste seine Video-Interviews am Freitag in Notzingen zunächst ruhen lassen, um beim Wendlinger Stadtlauf den Streckensprecher zu geben. „Das mache ich als Freundschaftsdienst für den Wendlinger Organisator Bernd Baumann gerne“, so der langjährige Teckbotenmitarbeiter und ehemalige Topläufer (Marathonbestzeit: 2.36 Stunden).
Immer da, wenn die SG Ohmden/Holzmaden spielt: Die Großmutter von SGOH-Stürmer Alex Polzer, von allen nur „Oma Rosel“ genannt, verfolgte die Auftritte der „Saurier“ auch in Notzingen. Vor zwei Jahren Klickkönigin der Teckboten-Steilpass-Videos beim Turnier in Holzmaden drückte die 88-Jährige auch im Eichert regelmäßig die Daumen.
Treffer für Treffer musste Turnierleiter Armin Sigler auf dem Sprecherturm während der Spiele genaustens notieren und zudem die Anzeigentafeln auf dem Laufenden halten. Diese funktionieren über eine Fernbedienung, genauer gesagt zwei. So kam es schon mal vor, dass auf dem einen Platz ein Tor fiel, sich an der Anzeige trotz mehrfachen Drückens auf die Fernbedienung aber nichts tat. Dafür stand es plötzlich beim anderen Spiel 10:0 – gemerkt hat‘s keiner, und mit der richtigen Fernbedienung war das passende Ergebnis schnell herbeigezaubert.
Tennisclub hilft mit: Das Vereinsheim des TC Notzingen-Wellingen bot während des Turniers nicht nur den Schiedsrichtern Umkleidemöglichkeiten, sondern beherbergte auch das Presse-Team des Teckboten. „Für uns ist das Ehrensache“, so der rührige TCN-Vorsitzende Andreas Siegler, der sich mit seinen Vorstandskollegen die tägliche Stallwache teilte, bis auf eine Ausnahme aber jeden Tag vor Ort war.
Erst OP, dann Eichert: Der ehemalige VfL-Bundesligaturner Simon Paul hat beim Teckbotenpokal sein Kicker-Comeback gegeben. Bis vor vier Jahren noch beim TSV Notzingen am Ball, hat sich der 35-Jährige spontan dem TSV Ötlingen angeschlossen, bei dem sein Kumpel Jerryd Schwarz Co-Trainer ist. „Ich hatte ihn gefragt, ob ich auch wieder kicken soll, wenn er es macht“, lacht Pohl, der als Oberarzt in der Medius Klinik Kirchheim arbeitet und eine eigene Praxis für ästhetische Chirurgie betreibt.
Renz und Co sind ready: Die Sportfreunde Dettingen um Fußballabteilungsleiter Christian Renz sind kommendes Jahr vom 25. Juli bis 2. August Ausrichter der 62. Turnierauflage. „Wir machen auf jeden Fall wieder ein Legendenturnier“, gab Renz erste Einblicke in die Planungen.

