Als am Sonntag um kurz nach 17 Uhr im Eichert der Abpfiff ertönte, gab es bei den jüngsten Fans des VfL Kirchheim kein Halten mehr. Die „Blue Boys“, die bei jedem Spiel ihrer „Blauen“ mit Trommel und Megafon für lautstarke Unterstützung gesorgt hatten, rannten zu ihren Idolen, die nicht minder frenetisch die Siegerfaust gen Himmel streckten. Nach einer eher glanzlosen Vorrunde hatte es der Bezirksligist am Ende tatsächlich geschafft, während die Dettinger, die mit 19 Toren wie keine andere Mannschaft durch die Vorrunde marschiert waren, nach ihrem dritten Teckbotenpokalfinale in Folge gratulieren mussten.
Das Finale fing schon nicht gut an für die Sportfreunde, die dem VfL fünf Minuten nach Anpfiff gleich ein Geschenk machten. Nach einer Flanke von rechts wollte Robin Hermann klären, doch der Ball rutschte ihm über den Fuß und segelte über Torhüter Marvin Hellmann in die Maschen – 1:0 für Kirchheim.
Die Dettinger, die sich kurz zuvor noch durch ein spätes Tor ins Elfmeterschießen und so ins Finale gekämpft hatten, bekamen nun zusehends Probleme mit dem Bezirksligisten, der auf allen Positionen stets einen Tick wacher zu sein schien. Ob mit oder ohne Ball – der VfL nahm das Spiel in die Hand. In der 14. Minute war es dann Fotios Adeneler, der das Leder vor dem Dettinger Tor quer für Manuel Lisac auflegte. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und erzielte das erste seiner insgesamt drei Finaltore für Kirchheim. Der VfL machte die Räume nun dicht, störte früh und nutzte jeden Fehler im Dettinger Abwehrverbund aus. So auch beim 3:0, als Lisac kurz vor dem Strafraum an den Ball kam und ohne zu zögern einfach abzog. Durch alle Beine hindurch fand die Kugel ihren Weg am überraschten Marvin Hellmann vorbei ins Tor. Damit hatte Manuel Lisac übrigens das 215. Turniertor im Notzinger Eichert erzielt, wofür er wie alle Schützen eines fünften Tores einen Gutschein bekam.

Nun hatten die Dettinger in den letzten Minuten vor der Halbzeitpause ihre stärkste Phase in diesem Spiel. Mit viel körperlichem und läuferischem Einsatz versuchte die Mannschaft von Trainer Gabriele Rizzo und Simone Stuppia das Ruder herumzureißen. In der 22. Minute wies die Abwehr des VfL eine Lücke zu viel auf. Zunächst war es Marco Heinze, der auf den Kasten von Keeper Nico Nagel zielte. Als dann der Ball zu Robin Hermann kam, machte dieser kurzen Prozess und stellte auf 3:1.
VfL feiert Turniersieg im Incanto
Im zweiten Durchgang waren die rund 1200 Zuschauer rund um den Kunstrasenplatz gespannt, ob der A-Ligist nochmal gefährlich werden könnte. Während für den VfL Manuel Lisac am Torhüter scheiterte, war es auf der anderen Seite Gabriel Müller, dessen Kopfball an Nico Nagel abprallte. Ein Fehler in der Dettinger Abwehr ebnete in der 37. Minute schließlich den Weg für das 4:1 des Turniersiegers. Nutznießer war erneut Manuel Lisac, der per Abstauber einnetzte. Die Dettinger ließen nicht locker, scheiterten aber vor dem Tor. Während Kapitän Florian Gautsch das Leder neben den Kasten setzte, fiel der Treffer nach einem Freistoß von Rico Frick aus einer Abseitsposition.
Die letzten Minuten spielte der VfL souverän herunter und durften sich am Ende verdient über den Turniersieg freuen. „Meine Mannschaft hat das wirklich gut gemacht. Vor allem in den ersten 15 Minuten haben wir die Angriffe schön herausgespielt“, gab es von Kirchheims Spielertrainer Ferdi Er ein anerkennendes Lob. Er selbst hatte bis zur 54. Minute mitgemischt. Auch von VfL-Fußball-Abteilungsleiter Marc Butenuth gab es lobende Worte. „Das war ein guter Auftakt für die neue Saison. Mit dem neuen Trainerteam und dem neuen Kader können wir wirklich zufrieden sein.“ Die ersten beiden Spiele hatte der Abteilungsleiter noch verpasst, die letzte Vorrundenpartie gegen Neidlingen dann vom Spielfeldrand aus verfolgt. „Am Anfang haben wir uns schwer getan, sind dann aber immer besser geworden. Genau so gehört sich das ja auch“, so Butenuth grinsend. „Außerdem war das Turnier hier wirklich top organisiert“, betonte er.
Auch auf Dettinger Seite gab es Lob. „Ich bin einfach nur stolz auf die Jungs, die hier insgesamt ein sehr gutes Turnier gespielt haben. Man hat natürlich die Qualität des VfL gesehen, auch wenn drei der Tore durch individuelle Fehler von uns entstanden sind, und das Spiel nicht so hoch hätte ausgehen müssen“, sagte SFD-Trainer Simone Stuppia, der sich über den wieder gefundenen Teamgeist in der Mannschaft freute. „Dreimal in Folge ins Finale zu kommen, muss man auch erstmal schaffen.“

