Tradition
50. Jesinger Straßenfest bringt den Ort zusammen

Der Ortskern wurde zum Jubiläum wieder zur Festmeile mit Musik, zahlreichen Aktionen und Bewirtung.

Das Entenrennen war einer der Höhepunkte des Jesinger Fests: Rund 2000 Gummienten gingen dabei an den Start. Foto: Jule Störk
Das Entenrennen war einer der Höhepunkte des Jesinger Fests: Rund 2000 Gummienten gingen dabei an den Start. Foto: Jule Störk

Seit fünf Jahrzehnten ist das Jesinger Straßenfest vor allem eines: ein Gemeinschaftswerk der örtlichen Vereine. Auch zum 50. Jubiläum haben sie den Ortskern wieder gemeinsam zur Festmeile gemacht.

Kurt Stähle hat viele dieser Jahre miterlebt. 24 Jahre war er Vorsitzender des Gesangvereins, heute ist er Ehrenvorsitzender. Das Fest sei mit den Jahren immer weiter gewachsen: von der Schönbergstraße über den Boßlerweg bis in die Ortsmitte. „Hier ist man immer im Fest“, sagt Stähle. Früher habe sich das Geschehen stärker über die Straßen verteilt. Seine Tochter Anke findet, das Fest habe seinen Charme trotzdem behalten, auch weil heute alles näher zusammengerückt sei. Diese Nähe zeigt sich auch zwischen den Vereinen. „Wir arbeiten miteinander statt gegeneinander“, sagt Matthias Frasch vom Gesangsverein. Wie selbstverständlich diese Zusammenarbeit über die Jahre geworden ist, beschreibt Pascal Maskow vom Musikverein: Fehle bei einem Verein etwas, frage man beim anderen nach und helfe sich gegenseitig aus. So entstehe gemeinsam ein Angebot, bei dem für jeden etwas dabei sei.

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Für Ortsvorsteherin Gabriele Armbruster ist genau das die Stärke des Straßenfestes: „Das Miteinander ist ein besonderes Gut hier.“ Gerade in einer Zeit, in der sich viele Menschen eher zurückzögen, sei eine solche Gemeinschaft nicht selbstverständlich. Umso wichtiger sei es, Gelegenheiten zu schaffen, bei denen Menschen zusammenkommen. Beim Straßenfest sei deshalb jeder willkommen, egal, ob zum 50. oder zum ersten Mal.

Zu den alten Traditionen gesellen sich inzwischen auch neue: Zum siebten Mal fand das Entenrennen statt. Rund 2000 Gummienten gingen dabei auf der Lindach ins Rennen, für die ersten 400 gab es Preise. Die Idee stammt von Peter Martsch vom TSV Jesingen und entstand einst als Alternative zur nächsten Würstchenbude. Die knallgelben Enten wurden über Ebay Kleinanzeigen gefunden. Und auch den zunächst besorgten NABU konnte Martsch schnell beruhigen: Zum Rennen antreten sollten nur Enten aus Gummi.