Start und Zielpunkt der Tour auf der Schwäbischen Alb ist der Wanderparkplatz Breitenstein. Eine Übersichtskarte zeigt dort alle folgenden Stationen. Einen kurzen Fußmarsch entfernt, kann man gleich zu Beginn den eindrucksvollen Panoramablick vom Felsplateau auf 811 Metern Höhe übers Tal und die gegenüber liegende Burg Teck genießen. Oder man wartet bis zum Ende der Tour auf und kehrt bestenfalls zum Sonnenuntergang zum Breitenstein zurück. Dank einer Tafel mit Ortsangaben und Kilometerentfernungen erfährt man auf dem Plateau zudem mehr über die Umgebung.

Vom Wanderparkplatz geht es über einen Feldweg rund einen Kilometer auf direktem Weg nach Ochsenwang. Dort angekommen in der Eduard-Mörike-Straße kann man sich bei Bedarf im „Breitenstein-Lädle“ (Nr. 38, Selbstbedienung) noch mit Snacks für die Wanderung eindecken oder ein paar Meter weiter im Landgasthof Krone (Nr. 33, www.krone-ochsenwang.de) einkehren und sich stärken. Nach der Sommerpause öffnet der Gasthof ab Samstag, 6. September, wieder. Alternativ hat ebenfalls nach der Sommerpause ab Freitag, 5. September, freitags bis sonntags auch das Gasthaus Rössle (Bissinger Straße 2, www.gasthof-alb.de) geöffnet. Wer möchte, kann einen Abstecher ins Literaturmuseum Mörikehaus, Eduard-Mörike-Straße 15, gegenüber der Kirche machen (www.moerikehaus-ochsenwang.de). Vor und zu Mörikes Zeiten wurde das Gebäude als Schulhaus des Ortes genutzt. Die Schulstube war im Erdgeschoss, darüber war die Lehrerwohnung. Später wohnten die Lehrer im Ort und im Obergeschoss des Schulhauses die Pfarrverweser, also auch Eduard Mörike. Eine Anmeldung ist vorab nötig.
Am Ortsausgang von Ochsenwang geht es kurz nach dem Gasthaus Rössle rechts parallel zur Schopflocher Straße, K1250, auf einem asphaltierten Weg zum Wanderparkplatz Randecker Maar. Dieser ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Randecker Maar, einem ehemaligen Vulkanschlot des Schwäbischen Vulkans am Albtrauf, der vor rund 17 Millionen Jahren entstanden ist. Heute kann man am Kraterrand entlanglaufen, aus dem Krater selbst hört man ab und zu das Glockengeläut der dort weidenden Kühe.

Unsere Tour geht gegenüber des Wanderparkplatzes weiter zum Hof Ziegelhütte. Dort angekommen, lädt die Maarstube zu einer gemütlichen Vesperpause ein (www.hof-ziegelhuette.de). In unmittelbarer Nähe des Hofs befinden sich die Aussichtspunkte „Randecker Maar“ und „Mönchberg“. Um das Randecker Maar selbst rankt sich die Sage rund um die „drei Schwestern vom Randecker Hof“. Vom Hof Ziegelhütte geht die Tour nach Westen und auf gut 1,2 Kilometern Richtung Wanderparkplatz Gänskragen und kurz danach über die K1250 weiter zum Landgasthof Albengel (Otto-Hoffmeister-Haus, mit Biergarten, www.albengel-otto-hoffmeister-haus.de), der am Schopflocher Moor gelegen ist. Sowohl das Moor, als auch das nahegelegene Randecker Maar liegen im Naturschutzgebiet Schopflocher Alb.

Biegt man kurz nach dem Gasthof rechts ab, gelangt man zum Holzbohlenweg, der sich durch das Moor schlängelt. Infotafeln informieren über dessen Entstehung und Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt. Gut nur, dass es helllichter Tag ist. Andernfalls könnte es einem möglicherweise ergehen wie dem Wanderer in der Sage „Das Irrlicht“, der alle Warnungen von Hofbauern in den Wind schlug und nach Einbruch der Dunkelheit noch zurück ins Tal hinabsteigen wollte. Auf dem Weg durchs Moor sah er etwas glänzen im Dunkel der Nacht, ein lustig flackerndes Licht. Im Glauben, einen anderen Wanderer zu sehen, dem er sich anschließen kann, folgte er dem Licht. Doch dann, so ist es im Heimat-Buch für Kirchheim und Umgebung aus dem Jahr 1920 überliefert: „Ein Schrei des Entsetzens, ein Gurgeln des Wassers und der Wanderer ist in der Tiefe verschwunden. Eine unheimliche Stille herrscht wieder über dem Moor. Das Irrlicht hat ihn in das Verderben geführt.“
Nach dem Tümpel im Moor geht man weiter rund 350 Meter geradeaus nach Nordwesten, biegt dann links und kurz darauf an der nächsten Möglichkeit wieder rechts ab und folgt dem Weg zur Aussichtsbank „Drei-Kaiser-Berge“. Das Trio Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen ragt bei klarer Sicht in der Ferne in die Höhe. Auf rund 2,2 Kilometern geht es von der Aussichtsbank zurück zum Startpunkt am Wanderparkplatz Breitenstein.
Fährt man auf der K1250, Bissinger Straße, zurück in Richtung Tal, befindet sich linker Hand versteckt im Wald mit der Burgruine Hahnenkamm der Schauplatz einer dritten Sage: Wo heute nur noch ein paar Mauerreste vorhanden sind, soll einst der „Bürglesgeist“ nachts sein Unwesen getrieben haben. Dem wollte der Erzählung nach einmal ein Ochsenwanger auf den Grund gehen. Als er sich eines Abends auf den Heimweg vom Besuch bei „seinem Mädchen in Bissingen“ machte, wollte er über das Bürgle laufen, um den Geist zu rufen. Gesagt, getan: „Plötzlich spürte der Bursche eine eigentümliche Lähmung in den Beinen. Er konnte keinen Schritt mehr vorwärts tun, wenn er sich auch noch so bemühte.“ Nach oben Richtung Ochsenwang ging es für ihn so nicht weiter. So blieb ihm nichts anderes übrig, als nach Bissingen zurückzugehen und sich erst am nächsten Tag auf den Heimweg zu machen.

Die drei Schwestern vom Randecker Hof
Zwischen Randeck und Schopfloch soll früher ein stattlicher Bauernhof gestanden haben. Er war von fruchtbaren Feldern und üppigen Weiden umgeben. Das Gut gehörte drei Schwestern, die es gemeinsam bearbeiteten und verwalteten. Eine der Schwestern aber war blind.
Durch den Verkauf von Korn und Vieh kam viel Geld herein, und die Schwestern pflegten den Erlös am Ende eines jeden Jahres gerecht unter sich aufzuteilen. Da sie bescheiden lebten, wurden sie immer reicher und reicher. Sie hätten eigentlich mit ihrem Schicksal zufrieden sein können, aber wie es so ist – zum Reichtum kamen Habgier und Neid. Die beiden gesunden Schwestern gedachten, die blinde zu betrügen. Als das Jahr wieder einmal zu Ende ging und das Geld verteilt werden sollte, stellten sie drei Kasten auf. Zwei davon füllten sie mit Geld bis zum Rand, den dritten aber, den der Blinden, kehrten sie um, bestrichen den Boden mit Pech und klebten Goldstücke darauf. Als die Blinde zu ihrem Anteil geführt wurde, betastete sie die Taler. Plötzlich aber blieben ihre feinfühligen Finger am Pech zwischen den Goldstücken hängen. Da wusste sie, dass sie betrogen worden war.
In Wut und Zorn darüber, dass ihre Schwestern ihr nicht einmal gönnten, was sie trotz ihrer Blindheit erarbeitet hatte, stieß sie einen so schrecklichen Fluch aus, dass der Hof samt seinen Menschen und Tieren in die Tiefe sank. Felder und Wiesen aber wurden zu einem wüsten Moor.
Wer heute am Ostermorgen an dem verwunschenen Ort vorbeikommt, kann manchmal in der Tiefe einen Hahn krähen hören.
Quelle: „Unter der Teck – Heimatbuch für Kirchheim u. T. und Umgebung“, S. 24. Verfasser der Sage: Paul Barth

