Frau Irion, herzlichen Glückwunsch! Wie erleichtert sind Sie?
Susanne Irion: Ich bin überglücklich, dass es dieses Mal geklappt hat und ich künftig sogar an meinem Lebensmittelpunkt arbeiten kann. Ich hatte es ja schon einmal in Gosheim probiert und die Wahl verloren. Umso größer ist die Freude.
Wie viele Kilometer sind Sie in den letzten sieben Jahren zwischen Wohnort und Amtssitz gependelt?
Irion: Ich schätze rund 200000. Dazu kommen eine gebrochene Hand und ein neues Auto, nachdem ich einen Unfall hatte. (lacht)
Hätten Sie gedacht, dass es gleich im ersten Wahlgang klappt?
Ich hatte bereits viele persönliche Kontakte, auch über meinen Mann und habe zum Wahltag hin gute Rückmeldungen bekommen. Dann hatte ich schon die Hoffnung, dass es reichen könnte. Dennoch fragt man sich, ob die eigene Einschätzung objektiv ist. Meine Kandidatur bedeutete einen hohen persönlichen Einsatz und ich bin froh, dass ich dafür belohnt worden bin.
Holzmaden hat rund 2000 Einwohner, Trossingen knapp 17 000. Was ändert sich noch für Sie?
Ich werde lernen müssen, mehr zu delegieren. So müssen in Trossingen dringend neue Betreuungsplätze im Kindergartenwesen geschaffen werden. Entscheidungen werden aber nicht leichter, denn die Stadt ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. In Holzmaden bildete stets die Grenze, was wir in unserem kleinen Team personell an Projekten zeitgleich zu stemmen vermochten. In Trossingen werden wir eher wegen der finanziellen Leistungsfähigkeit an Grenzen stoßen.
Was werden Sie am meisten an Holzmaden vermissen?
Mein Team im Rathaus und auf dem Bauhof, den Gemeinderat und die persönlichen Begegnungen. Viele Paare habe ich trauen dürfen, habe sie wenig später im Flur getroffen, wenn Sie ihren Nachwuchs ins Geburtenregister eintragen lassen und durfte dabei sein, wenn sie mit ihren Bauplänen für das eigene Zuhause in Omas Garten hier vorstellig wurden. Man nimmt Anteil am Kreislauf des Lebens in allen Facetten und das ist menschlich sehr erfüllend. Als ich heute Morgen so im Auto saß und von weitem die verschneite Teck gesehen habe, schwang auch Wehmut mit.
Die Fragen stellte Thomas Zapp.
