Schlägt man die Zeitung auf und lässt den Blick über die Polizeimeldungen schweifen, lässt es sich nicht vermeiden: Unfälle, in die Pedelecs oder umgangssprachlich E-Bikes und ihre Fahrer involviert sind, springen einem beinahe ins Auge. Gerhard Jaudas vom Polizeipräsidium in Reutlingen weiß, dass die Unfälle hauptsächlich durch die Missachtung der Vorfahrt und des Vorrangs sowie Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren und Anfahren verursacht werden. Uwe Klein vom Kreisseniorenrat Esslingen bekräftigt: Wo es Unsicherheiten gibt, passieren Fehler. Da könne nur Übung helfen.
Deshalb hat der Kreisseniorenrat zusammen mit „Unser Netz“ aus Lenningen das Problem bei der Wurzel gepackt und ein Training auf die Beine gestellt. Am Freitag, 25. Juli, kann jeder, der will, um 13.30 Uhr per Pedelec zum Verkehrsübungsplatz nach Dettingen kommen, um zweieinhalb Stunden lang Unsicherheiten aus dem Weg zu schaffen.
Auf die richtige Einstellung kommt es an
Ganz so schnell geht es meistens nicht, sagt Uwe Klein. „Wenn ich mir mit etwas unsicher bin, muss ich es fünfmal machen, dann muss ich es nochmal fünfmal machen und dann wird es besser.“ Nach Uwe Kleins Worten kommt es schlicht auf die Übung an. Auf dem Verkehrsübungsplatz in Dettingen seien gute Voraussetzungen geschaffen: „Es ist ein abgegrenzter Raum, der Sicherheit vermittelt.“ Bevor es aber richtig ans Radeln geht, müssen die Teilnehmer zur Polizei. Die Polizistinnen und Polizisten überprüfen, ob die Helme und die Räder richtig eingestellt sind. Auch Einstellungen wie die Position des Sattels können gemeinsam korrigiert werden. Uwe Klein erinnert sich an einen Teilnehmer, bei dem der Sattel zu weit vorne war: „Das hat schon zu einer Unsicherheit geführt, weil es so nicht möglich war, richtig aufzusteigen.“
Wenn alles passt und der Helm sitzt, kann in die Pedale getreten werden. Die meisten Pedelecs haben, so Klein, vier verschiedene Fahrmodi: „Wir erklären erstmal, wann ich welchen davon verwende.“ Beim Training geht es vor allem darum, Unsicherheiten zu minimieren. Auch das Anfahren am Berg, das Herausstrecken der Hand beim Abbiegen oder das Wenden könne zu Stress und Fehlern führen. „Wir wollen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Gefühl für das eigene Rad vermitteln“, sagt Klein. Wie das bei Autos auch der Fall sei, fahre sich schließlich jedes anders. Daher komme es grundsätzlich auf den Einzelfall an. Von einem kann Uwe Klein aber grundsätzlich jedem abraten: Den Windschatten seines Vordermanns auszunutzen. Die Pedelecs hätten schon eine Fahrunterstützung, da brauche es nicht auch noch diese zusätzliche Geschwindigkeit. Das Fahren in der Gruppe zu üben, zählt deshalb auch zum Kurs.
In der ursprünglichen Version dieses Artikels war ein falsches Datum angegeben. Wir haben es korrigiert.
Informationen zur Veranstaltung
Obwohl es Ziel des Trainings ist, den Radlerinnen und Radlern früh das Üben ans Herz zu legen und Sicherheit zu vermitteln, damit sich diese im Alter die Mobilität erhalten können, betont Uwe Klein, dass absolut jeder, unabhängig vom Alter, beim Training willkommen ist. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessierte müssen ihr Pedelec und einen Helm am Freitag, 25. Juli, zum Verkehrsübungsplatz nach Dettingen mitbringen. Es wird eine Gebühr von 30 Euro fällig. Das Training wird von der Polizeiprävention Reutlingen und der Stiftung Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen gesponsert.

