Die Gemeinde Bissingen sucht nach bauwilligen Gewerbetreibenden für die Belegung der freien Plätze im neuen Gewerbegebiet Fürhaupten. Gefragt sind hier besonders die örtlichen Betriebe. Bei diesen ist die anfängliche Dringlichkeit zusätzlicher Flächen der Zurückhaltung gewichen. Die ersten Überlegungen zur Erweiterung des Bissinger Gewerbegebiets liegen bereits einige Jahre zurück. Eine erste Bedarfsumfrage unter den örtlichen Gewerbebetrieben habe es 2011 gegeben, 2015/16 sei diese ergänzt worden, erinnerte Gemeinderat Eckhard Stiefelmeyer (FWV) bei der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause.
Örtliche Betriebe sind gefragt
Einer der Tagesordnungspunkte drehte sich um die mittlerweile erschlossenen Fläche „Fürhaupten“ und die Vermarktung der noch vorhandenen Plätze. Die Nachfrage beziehungsweise der Druck zwecks zusätzlicher Gewerbeflächen sei anfangs extrem hoch gewesen, ergänzte Andrea Bizer (UWV), die sich wie ihr Fraktionskollege Siegfried Nägele „etwas verwundert“ über das aktuell geringe Interesse zeigte. Die ein oder andere Firma investiere bereits, das sei positiv, so Nägele. Andere Fälle hätten sich dagegen etwas enttäuschend entwickelt. Man müsse die örtlichen Gewerbetreibenden nochmals konkret abfragen und bewusst machen, dass es jetzt eine Chance zur Erweiterung gebe.
Wichtige Aspekte sollten bei der letztlichen Vergabe die Themen Innovation und die Schaffung von Arbeitsplätzen sein. Als wenig nachhaltig bewertete Nägele die nur einstöckige Bauweise sowie eine Restverwendung der Fläche für Parkplätze und appellierte, bei künftigen Bauvorhaben darauf zu achten – auch wenn die schwierige Konjunkturlage durchaus klar sei.
Ab 2019 habe es die Wirtschaft mehrfach getroffen, sei es durch die Pandemie, durch die Inflation und steigende Baupreise, nannte Eckhard Stiefelmeyer plausible Gründe für die aktuelle Zurückhaltung unter den potenziellen Bauherren im Gewerbegebiet. „Da hat sich leider vieles grundlegend geändert. Wären wir 2018 fertig gewesen, wären heute vermutlich rund 60 Prozent schon bebaut. Oder es hätte schon wieder die eine oder andere Insolvenz gegeben.“ Die veränderten Voraussetzungen bestätigte Bürgermeister Jens Fritz, der sich dennoch optimistisch zeigte, eine „gute Nutzung“ des Gewerbegebiets hinzubekommen.
Innovation und Arbeitsplätze
Grundsätzlich ging es jetzt darum, den Erschließungsvertrag mit der Firma KBB – Kommunalberatung und Infrastrukturentwicklung um weitere drei Jahre zu verlängern. Dem Punkt wurde einstimmig zugestimmt. Dafür fallen jährlich Kosten in Höhe von 7500 Euro plus Mehrwertsteuer an. Sollten alle noch verfügbaren Grundstücke noch vor Ablauf des Vertrags Ende 2028 verkauft werden, endet der Vertrag mit der KBB automatisch. Ein weiteres Thema waren die Quadratmeterpreise der Grundstücke ab dem kommenden Jahr. Vorgeschlagen wurde zunächst eine Staffelung über drei Quartale.
Basierend auf einem Vorschlag von Eckard Stiefelmeyer einigte man sich letztlich mit einer Enthaltung alternativ auf einen Jahrespreis von 100 Euro pro Quadratmeter. Dabei handelt es sich um den reinen Grundstückspreis. Dazu kommen noch 125 Euro pro Quadratmeter an Erschließungskosten, also insgesamt 225 Euro pro Quadratmeter. Einstimmig wurden zudem die Verwaltung und die KBB mit einer intensiven Vermarktung der noch freien Grundstücke beauftragt, mit dem Hauptfokus zunächst auf den örtlichen Gewerbebetrieben und einer starken Gewichtung der Punkte Innovation und Arbeitsplätze bei der Vergabe.
Das neue Bissinger Gewerbegebiet entsteht
Im Gewerbegebiet „Fürhaupten“ gibt es insgesamt neun Bauplätze unterschiedlichster Größe, von denen die Gemeinde über sieben verfügen kann/konnte. Die anderen beiden Grundstücke wurden im Rahmen der Umlegung an die jeweiligen Eigentümer zugeteilt. Für eines dieser Grundstücke ist bereits ein Bauantrag eingegangen.
Von den übrigen sieben Bauplätzen ist einer verkauft, darauf entsteht bereits ein Neubau des örtlichen Netto-Supermarkts. Zwei weitere stehen aktuell vor dem Verkauf, die Notartermine sind in Vorbereitung.
Die übrigen vier Bauplätze werden demnach potenziellen Interessenten zum Verkauf angeboten. Anfragen liegen laut Gemeindeverwaltung zwar bereits vor, konkretisiert hat sich bisher aber noch nichts.
Die Gesamtfläche aller Bauplätze in dem Gewerbegebiet „Fürhaupten“ (ohne Straßen oder Ähnliches) liegt bei knapp unter 39.000 Quadratmetern.

