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Baum-Fällungen ärgern Anwohner in einem Lenninger Wohngebiet

Im Sommer spendeten die Hainbuchen im Lenninger Wohngebiet "In den Sandäckern" Schatten. Jetzt wurden sie gefällt. Foto: pr

Lenningen. Bei Anwohnern des Lenninger Wohngebiets „In den Sandäckern“ war die Verwunderung groß, als jetzt die vor 20 Jahren bei der Erschließung des Baugebiets gepflanzten acht Säulenhainbuchen ohne Vorankündigung innerhalb eines Tages gefällt wurden. Cornelius Baudisch ist einer von ihnen und „stinksauer“ über die Aktion der Gemeinde, wie er betont. Baudisch ist vom Fach, war Ausbilder für Fachagrarwirte für Baumpflege und ist Supervisor beim Europäischen Baumpflegerat. „Hier wurden unnötig völlig gesunde Bäume gefällt, in denen aktuell schon die Vögel gebrütet haben.“
Auf Nachfrage beschreibt Bürgermeister Michael Schlecht die Arbeiten des Bauhofs als nötig: „Bei der Erschließung des Baugebiets wurde eine andere Baumart gepflanzt als im Bebauungsplan vorgesehen. In den vergangenen Jahren führte das vermehrt zu Problemen beim Befahren der Straße, da die Bäume aufgrund ihrer enormen Kronen-Ausdehnung weit in den Straßenbereich hineinragten.“ Immer wieder sei es bei der Durchfahrt größerer Fahrzeuge zu abgerissenen Ästen und Beschädigungen der Kronen gekommen. Dazu hätten die Bäume im Straßenbereich zu viel Licht genommen. Ein fachgerechtes Zurückschneiden sei bei dieser Baumart in der Regel nicht vorgesehen oder zu empfehlen. In dem Maß wie nötig vertrage die Sorte das nicht, ohne das Erscheinungsbild maßgeblich zu verlieren, sagt Schlecht. Als Ersatz wurde eine standortgerechte und dem Bebauungsplan entsprechende Ahorn-Art ausgewählt, „die Pflanzung erfolgt zeitnah im Frühjahr.“
Cornelius Baudisch widerspricht: „Ein Rückschnitt wäre sehr wohl möglich gewesen und hätte im Alter regelmäßig, alle zwei Jahre durchgeführt werden müssen, damit die Bäume nicht so ausladend werden. Hätte man uns informiert, hätte ich Tipps geben und den Rückschnitt selbst übernehmen können. Jetzt ist es zu spät.“ Man könne nicht von Nachhaltigkeit sprechen und davon, wie wertvoll Bäume fürs Klima seien und dann so eine Fällaktion durchführen, ärgert sich der Fachmann. „Mit dem richtigen Schnitt hätte es keine Probleme mit dem Straßenverkehr und auch nicht zu wenig Licht gegeben. Die jetzt geplanten Spitzahorne seien optisch keine wirkliche Alternative, „es gäbe andere schmalkronige Bäume“, weiß Baudisch. Katja Eisenhardt