Die Gemeinde Bissingen möchte auf ihrer Gemarkung eine Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb (BSG) umsetzen. Bissingen gehört damit zu 15 Mitgliedskommunen, die weitere Teilflächen einbringen, sechs neue planen zudem ihren Beitritt zum BSG. Damit wächst die Fläche des Biosphärengebiets um rund 50 Prozent auf 120 000 Hektar an. „Letztes Jahr haben wir unser Interesse an einer Erweiterung bekundet, im Vorfeld gab es intensive Abstimmungen mit der örtlichen Landwirtschaft“, erinnerte Bürgermeister Marcel Musolf bei der aktuellen Sitzung des Gemeinderats, bei der das Biosphärengebiet erneut auf der Tagesordnung stand. Vor wenigen Wochen gab es zur Gebietserweiterung zudem einen gut besuchten Bürgerworkshop.
Bannwald sorgt für Ökopunkte
Die Gemeinde Bissingen, ist bisher mit 1250 Hektar am Schutzgebiet beteiligt, weitere 109 Hektar sollen als so genannte Entwicklungszone dazukommen. Darin enthalten ist die bebauten Ortslage Bissingens, ausgespart werden laut Marcel Musolf nördlich und östlich der Gemeinde gelegene Ackerflächen. 6,5 Hektar des Bissinger Kommunalwalds sind bereits als Bannwald ausgewiesen und zählen als so genannte Pflegezonen zum Biosphärengebiet. Weitere 9,5 Hektar, die ebenfalls schon als Pflegezone zum Schutzgebiet gehören, sollen ergänzend zum Bannwald werden. Dafür gibt es eine stolze Anzahl an Ökopunkten: „Es geht um etwa 380 000 Punkte, das ist nicht gerade wenig“, erklärte Musolf. Beide Bannwaldflächen, also gesamt 16 Hektar, sind als Kernzone geplant, „das entspricht der höchsten Schutzstufe“, so der Bürgermeister. Eine Kernzone gibt es auf Bissinger Gemarkung bisher noch keine. Die still gelegten Waldflächen sind ein wertvoller Beitrag zum Schutz und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt im Ökosystem des Waldes.
Nachforschungen wurden während der Gemeinderatssitzung zu den im erweiterten Biosphärengebiet geöffnet bleibenden Wanderwegen auf Bissinger Gemarkung angestellt. Für Fragezeichen sorgte kurzzeitig ein gut frequentierter Weg, der laut Musolf in etwa parallel zum Premiumwanderweg „Hochgehadelt“ hinauf zum Aussichtspunkt Auchtert verläuft. Auch dieser wird im Falle einer Gebietserweiterung für Wanderer geöffnet bleiben. Mehrheitlich hat der Gemeinderat der geplanten Gebietserweiterung zugestimmt.
Im Oktober wird der Lenkungskreis des Biosphärengebiets Schwäbische Alb final über die beantragten Gebietserweiterungen der Kommunen entscheiden. Darauf folgt bis Januar 2026 das rechtliche Auswahlverfahren, die Unesco-Anerkennung wird erst bis Juni 2027 erwartet.

