In Dettingen ist der Brunnen vor dem Rathaus im Sommer ein echter Treffpunkt. Gepflegt und gut in Schuss, wie er ist, lassen viele Eltern ihre Kinder bedenkenlos mit dem Wasser spielen und halten nebenbei ein kleines Schwätzchen. So wünscht sich das Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger auch in Owen, wo die Rathaussanierung und Erweiterung immer näher rückt. In der Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause ist unter anderem über einen Brunnen für den Rathausplatz diskutiert worden.
DIN als Kostentreiber
Das Problem: Der alte Brunnen, der beim Spielplatz vor dem Rathaus steht, ist in die Jahre gekommen. „Der Stein ist schon ein bisschen kaputt, und wenn wir den Brunnen sanieren, brauchen wir eine neue Brunnentechnik, weil es eine neue DIN gibt“, sagt Verena Grötzinger. Im bestehenden Brunnen wird das Wasser umgewälzt. Die neue Brunnentechnik müsste, vereinfacht gesagt, gewährleisten, dass jemand, der das Wasser trinkt, nicht krank wird – trotz „Kein Trinkwasser“-Schild. „Wenn wir den alten Brunnen ersetzen und die neue Brunnentechnik einbauen, kostet uns das 107.000 Euro, plus 5000 Euro jährlich für Wartungskosten“, so die Bürgermeisterin.
Brunnen mit Trinkwasser
Aufgrund dieser hohen Kosten hat sich die Verwaltung mit dem Fachplaner für Heizung, Lüftung und Sanitär zusammengesetzt, um einen Plan B zu erarbeiten. Das Ergebnis: Ein Brunnen, der Trinkwasserqualität hat. Der produziert zwar etwas höhere Wasserkosten als der alte Brunnen, braucht aber keine teure Brunnentechnik. „Statt 107.000 Euro würde der Brunnen nur 39.000 Euro kosten“, nennt Verena Grötzinger die vorläufige Kostenschätzung, die – je nach Gestaltung des Brunnens – auch noch etwas höher ausfallen kann.
Um dem Vorwurf der Verschwendung entgegenzutreten, hat die Verwaltung gerechnet. Im Winter laufe der Brunnen ja ohnehin nicht. „Und wenn an den Betriebstagen zehn Stunden lang Frischwasser läuft, ist das immer noch günstiger als die 5000 Euro Wartungskosten für einen Brunnen mit Brunnentechnik“, erklärt Grötzinger. Das Frischwasser, so der Plan, soll in einer Zisterne gesammelt und zum Gießen der städtischen Grünanlagen verwendet werden. „Eine Zisterne war eh geplant. Es muss noch geprüft werden, ob die Größe ausreicht“, sagt sie. Weil das Brunnenwasser tatsächlich trinkbar wäre, würde es statt zwei geplanter Trinkwassersäulen nur eine geben.
Nach der Sommerpause wird der Brunnen noch einmal im Gemeinderat diskutiert werden. Für Verena Grötzinger ist aber jetzt schon eine Sache klar. „Wenn wir einen Brunnen bauen, würde ich sagen, dass man einen in Trinkwasserqualität macht. Wenn man das Wasser zum Gießen verwendet, wäre das vertretbar“, sagt sie. Für sie sprechen viele Argumente für einen Brunnen auf dem Rathausplatz, und das auch angesichts immer heißerer Sommer und der Verpflichtung der Kommunen, im Rahmen der Hitzeschutzpläne kühle Standorte auszuweisen. Außerdem glaubt sie, dass der Brunnen den Platz deutlich attraktiver machen würde, unter anderem auch für Menschen, die den Saal im Rathaus-Neubau für private Zwecke mieten. Und natürlich für die Kinder.

