Unterstützung
Cooldown mit Koka kommt gut an

Im Schulzentrum am Berg in Wendlingen ist seit Kurzem Therapiehündin Koka im Einsatz. Mit der Schulsozialarbeiterin Jasmin Haller ist das Tier in beiden Einrichtungen präsent. 

Therapiehund Koka und Jasmin Haller sind an ihrem Einsatzort - im Schulzentrum am Berg in Wendlingen. Foto: Philip Sandrock

Seit März 2024 arbeitet Schulsozialarbeiterin Jasmin Haller im Schulzentrum Am Berg mit der Therapiehündin Koka. Die Mischlingshündin ist bei den Kindern äußerst beliebt. Besonders das Angebot „Cooldown mit Koka“ in der großen Pause für die Fünftklässler findet großen Anklang. Neben Gruppenangeboten gibt es auch Einzelsitzungen, in denen Koka als „Türöffner“ für Gespräche dient. „Einfach mal vorbeikommen, um sie zu streicheln, baut Hemmungen ab“, sagt Haller.

Die Schulsozialarbeiterin ist sowohl an der Johannes-Kepler-Realschule als auch am Robert-Bosch-Gymnasium tätig. Ihr Büro liegt zentral im Untergeschoss der Mensa, wo Koka eine Rückzugsmöglichkeit hat: Ein umfunktioniertes Babybett dient als Körbchen. Bei Schülern mit Hundeangst oder in sensiblen Gesprächen kann Koka durch ein Gitter separiert werden, bewegt sich ansonsten aber frei im Büro. „Manchmal ist sie erst wachsam, beruhigt sich aber schnell“, erzählt Haller.

„Tierisch gut drauf“

Neben dem Entspannungsprogramm für die Jüngeren bieten Haller und Koka auch Einzelprogramme zur Förderung der Sozialkompetenz sowie zur Angstbewältigung an. „Tierisch gut drauf!“ heißt ein Angebot, das Kindern spielerisch den richtigen Umgang mit Hunden näherbringt. Hier lernen die Kinder nicht nur Koka besser kennen, sondern auch, wie Hunde lernen und sich verhalten. So wird erklärt, wie man angstfrei auf Hunde zugeht und welche Signale Hunde aussenden.

An der Realschule gibt es zudem „Werte schaffen Chancen“, ein alternatives Nachsitzen. „Dabei lernen die Schüler den Umgang mit dem Hund und reflektieren ihr Verhalten“, erklärt Haller. Durch die Arbeit mit Koka werden zudem Selbstwirksamkeit und Sozialkompetenz gestärkt. „Der Hund hilft dabei, sich selbst besser zu verstehen und an sich zu arbeiten“, so Haller.

Koka wurde bei der Tierpsychologin Elisabeth Müller in Nürtingen ausgebildet. „Der Begriff Therapiehund ist nicht geschützt“, betont Haller. Eine fundierte Ausbildung sei daher wichtig. Müller habe jahrelang beruflich Hunde ausgebildet und setzt diese Arbeit im Ruhestand nun ehrenamtlich fort. Koka begann ihre Ausbildung im März 2022 und ist seither Teil der Schulsozialarbeit. Dank ihrer schnellen Lernfähigkeit kann sie nun in der tiergestützten Arbeit eingesetzt werden.

Ausbildung dauert zwei Jahre

Die Ausbildung eines Therapiehundes dauert etwa zwei Jahre. Koka musste lernen, sich in verschiedenen sozialen Kontexten sicher zu bewegen, ruhig auf Stresssituationen zu reagieren und zuverlässig auf Kommandos zu hören. „Eine fundierte Ausbildung ist unerlässlich, damit der Hund professionell eingesetzt werden kann“, so Haller.

Dilara Horlacher vom RBG sieht darin einen großen Gewinn. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Tieren an unserer Schule gemacht“, sagt sie. Die Schule betreibt eine Tier-AG mit Mäusen, Axolotln und Stabheuschrecken sowie eine Bienen-AG, deren Honig verkauft wird.

Koka ergänzt dieses Konzept auf besondere Weise: Sie wird in der Sprach- und Leseförderung eingesetzt, nimmt Kindern Hemmungen beim Vorlesen und dient als Brücke in der Inklusionsarbeit. Zudem ist sie ein niederschwelliger Anlaufpunkt für die Schulsozialarbeit. Kinder, die sich schwertun, mit Lehrkräften oder Sozialarbeitern zu sprechen, kommen oft erst einmal wegen Koka – und öffnen sich dann Schritt für Schritt.

„Wir merken, dass Kinder, die sonst eher zurückhaltend sind, plötzlich aktiver werden, wenn Koka dabei ist“, erzählt Jasmin Haller. Auch Kinder mit besonderen Förderbedarfen profitieren vom Kontakt mit der Hündin. „Ein Hund bewertet nicht, ein Hund hört einfach zu. Das hilft.“

Eines steht fest: Koka ist der superflauschige Star auf dem Campus der Wendlinger Schulen und hat bereits viele Herzen erobert.