Veranstaltung
Das „Forum der Pferdestärken“ im Freilichtmuseum Beuren lockt Besucher

Historische Arbeit mit Pferden, traditionelles Handwerk und Mitmachaktionen lockten zahlreiche Besucher nach Beuren. 

Wissenswertes rund um das Pferd und seine wichtige Aufgabe erfuhren die Teilnehmenden bei dem Forum in Beuren. Foto: Nurijan Rasidova

Bei strahlendem Spätsommerwetter öffnet das Forum der Pferdestärken im Freilichtmuseum Beuren zum zweiten Mal seine Tore. Von 11 bis 17 Uhr bot das Museumsgelände eine lebendige Kulisse für Arbeitspferde, traditionelles Handwerk und abwechslungsreiche Mitmachaktionen. Nach der erfolgreichen Premiere 2023 zog das beliebte Format auch in diesem Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.

Pferde wieder in den Fokus rücken

„Mir ist es ein Anliegen, dass die Pferde wieder mehr in den Blickpunkt der Menschen geraten“, sagt Daniel Gluiber, Bürgermeister von Beuren, selbst Pferdehalter und Mitinitiator: „Viele wissen heute gar nicht mehr, wie man mit Pferden gearbeitet hat, sei es beim Mähen, beim Holzrücken oder beim Schwaden. Genau das wollen wir hier zeigen.“ Besonders wichtig sei ihm auch die Landschaftspflege mit Pferden: „Ein Pferd verur-sacht weniger Schäden in der Natur als Maschinen. Es kann auf hochwertigen Naturschutzflächen eingesetzt werden, um zu mähen, Büsche zu entfernen oder Holz herauszuziehen.“ Ein zentrales Thema: Nachhaltigkeit. „Pferde schonen den Boden und schaffen zugleich eine direkte Beziehung zwischen Mensch und Tier“, sagt Lisa Putz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Freilichtmuseum.

Auf insgesamt sieben Bereiche des Museums verteilte sich ein buntes Programm: Am Öschelbronner Platz lockten Vorführungen wie das Mähen mit der historischen Mähmaschine, Holzrücken im Gelände oder das traditionelle Kartoffelroden. Kinder konnten beim Ponyreiten, Steckenpferdbasteln oder Hobby-Horsing selbst aktiv werden. Am Schmiedefeuer zeigten Experten, wie Pferdehufe beschlagen werden, während Drechslerin Andrea Häussler Holzarbeiten für den Wagenbau vorführte. Ein Seiler ließ große und kleine Besucher selbst Seile drehen – unverzichtbar im Umgang mit Pferden, ob zum Anspannen, Lenken oder Anbinden. „Das sind Handwerke, die eng mit dem Pferd verbunden sind und die wir heute fast vergessen haben“, sagt Putz: „Uns war wichtig, diese Vielfalt sichtbar zu machen.“

Mutterstuten mit Fohlen begeisterten die Besucher

Besonderes Augenmerk galt den vom Aussterben bedrohten Rassen Altwürttemberger und Schwarzwälder Kaltblut, die das Haupt- und Landgestüt Marbach präsentierte. Mutterstuten mit Fohlen begeisterten die Besucher ebenso wie die kräftigen Schwarzwälder bei der Arbeit. „Wir haben sogar eine braune Stute hier, viele kennen nur die Füchse mit hellem Langhaar“, so Gluiber. Er erklärt zudem die Bedeutung der ausgestellten Tiere: „Die Altwürttemberger waren typische Arbeitspferde auf dem Acker und bei der Kutsche. Das erhalten wir hier.“

Neben den Vorführungen wurde auch der Blick auf Gegenwart und Zukunft gerichtet. Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen brachte wissenschaftliche Expertise ins Spiel, mit Vorträgen zu Landschaftspflege durch Pferde, Gemüseanbau mit tierischer Unterstützung und sogar Coaching mit Pferden. „Pferde spiegeln den Menschen wider, sie merken sofort, ob man ruhig oder aufgewühlt ist. Das kann man für Führungswissen, therapeutisches Reiten oder den Umgang mit Kindern nutzen“,
erläutert Daniel Gluiber.