Lenningen. Auf ein ereignisreiches Jahr blickt der Lenninger Revierförster Alexander Klein zurück: Die Sperrung der Gutenberger Steige wurde in den ersten Wochen für Fällarbeiten im Gemeindewald und in Privatwäldern genutzt. Zudem stellte der Förster den Felsfuß der Kesselwände frei. Am Schlattstaller Hutewald wurden Pflegemaßnahmen vorgenommen, und im Donntal ging ein „Lichtwaldprojekt“ über die Bühne. Unter Einsatz eines Seilkrans entfernten die Forstarbeiter dort in einem Steilhang über mehrere Wochen Gehölze. Dadurch soll sich etwa die Bergkronwicke ausweiten können. Die Pflanze dient als Nahrung für Schmetterlingsraupen wie das heimische Bergkronwicken-Widderchen. Finanziert hat das federführend vom Biosphärengebiet umgesetzte Projekt das Umweltministerium.
Wegen Käfer- oder Pilzbefall musste im Gemeindewald vergangenes Jahr deutlich weniger Holz eingeschlagen werden als 2020. Auch Sturmholz fiel kaum an. Vorgenommen wurde eine Inventur. Der Förster ist gespannt auf das Ergebnis: „Für mich wird interessant, wie viel Festmeter haben wir wirklich?“, so Alexander Klein. Schon jetzt ist aufgrund eines Gutachtens klar, dass es hohe Verbissschäden durch das Wild gibt.
800 Tonnen Split für die Wege
Wesentlich ausgeweitet hat der Förster die Wegeunterhaltung: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 800 Tonnen an Split und Schotter ausgebracht. Froh war Alexander Klein über den feuchten, kühlen Sommer. „Der hat dem Wald gut getan“, sagt er. Ohnehin sei der Wasserhaushalt fast wichtiger als die Temperatur. Tödlich wirkten sich Trockenheit plus Hitze aus. Beim Eschentriebsterben war der Zenit offenbar 2020 erreicht worden: Damals fielen wegen des Pilzes 820 Festmeter an. 2021 waren es nur noch 470 Festmeter. Erklären lässt sich der Rückgang mit dem Verschwinden der Esche.
Unterm Strich hat der Gemeindewald die Rekordsumme von 80 000 Euro eingebracht. Erheblich trug dazu die Bundeswaldprämie in Höhe von 56 000 Euro bei. Klein spricht deshalb auch von einem einmaligen Ausreißer.
Wie der stellvertretende Forstamtsleiter, Johannes Fischbach, erläuterte, ist 2022 die sogenannte Forsteinrichtung geplant. Festgelegt wird unter dem Stichwort Nachhaltigkeit darin, wie viele Bäume in den nächsten zehn Jahren entnommen und wie viele gepflanzt werden. 2022 ist ein Einschlag von 2900 Festmetern vorgesehen. Gepflanzt werden 2200 Bäume. Erlösen von 147 000 Euro stehen Ausgaben von 145000 Euro gegenüber. Anke Kirsammer
