Weilheim · Lenningen · Umland
Dettingens Ortskern wird aufgehübscht

Das Projekt „Garten der Generationen“ des Dettinger Familienzentrums ist aus dem „MacherBus“-Wettbewerb der EnBW als Sieger hervorgegangen. Der Gewinn ist eine Umgestaltung des Gartens.

Projektleiter Markus Fettig, Pfarrer Daniel Trostel, Sarah Löffler, die Leiterin des Familienzentrums Sarah Löffler, Pfarrer Nicolai Opifanti, Jugendreferentin Sarah Kunzi und Bürgermeister Rainer Haußmann (von links) am großen Tag im Garten. Foto: Fiona Peter

Mit brummendem Motor und kiesbeladener Schaufel rollt ein Bagger am Dettinger Rathaus vorbei. Im Garten hinter dem Alten Gemeindehaus ist die Arbeit in vollem Gange. Rund zehn Mann – und Frau – sind am Rackern. Das Wetter ist durchwachsen, doch die Stimmung ist gut.Das Projekt „Garten der Generationen“ des Familienzentrums Dettingen hat sich gegen reichlich Konkurrenz durchgesetzt und ist einer von vier glücklichen Gewinnern der diesjährigen „MacherBus“-Aktion der EnBW. Der Preis: Innerhalb von nur einem Tag lässt ein Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma den Wunsch des Familienzentrums – eine Umgestaltung des Außenbereichs – Wirklichkeit werden. 5000 Euro haben sie dafür zur Verfügung. Was nicht für Material draufgeht, kann in andere nützliche Dinge investiert werden. Die Arbeitskraft gibt es gratis dazu.

Ein geiles Projekt.

Rainer Haußmann, Bürgermeister von Dettingen

Der Garten sei ihr schon länger ein Dorn im Auge gewesen, gesteht Sarah Löffler, die das Familienzentrum seit 2023 leitet. Besonders in den Sommermonaten, in denen sich zwischen den Mauern des Altbaus die Hitze staut, sei von den Familien vermehrt der Wunsch geäußert worden, doch lieber ins Freie zu gehen. Das Problem? „Wir hatten weder Beschattung noch Sitzgelegenheiten“, so die Leiterin. Das habe einen längeren Aufenthalt für kleine Kinder und ältere Menschen „fast unmöglich“ gemacht. Jetzt gehört dieses Problem der Vergangenheit an.

Mit fast 5000 Stimmen zum Sieg

Auf den „MacherBus“ ist Sarah Löffler nicht durch Zufall gestoßen. Den Hinweis lieferte ein Mitarbeiter der EnBW, der das Familienzentrum selbst gerne mit seinen Liebsten besucht. Dass der „Garten der Generationen“ fast 5000 Stimmen erhielt und damit siegreich aus dem Wettbewerb hervorging, verdankt das Familienzentrum, das von der evangelischen Kirche getragen und zusätzlich von der Gemeinde Dettingen unterstützt wird, etwas Glück – und reichlich Werbung. Rund-Mails, Social-Media-Posts und Aushänge: Um den Gewinn nachhause zu holen, habe man „den ganzen Ort mobilisiert“, meint Pfarrer Nicolai Opifanti. Trotzdem ist der Sieg für Sarah Löffler überraschend gekommen. „Was mich besonders gefreut hat, waren das Feedback und die Begeisterung der Leute“, schwärmt die Leiterin des Familienzentrums. „Das war wirklich ein tolles Gemeinschaftsgefühl.“

Um die ehemals triste Rasenfläche in einen Ort zu verwandeln, an dem sich Jung und Alt gerne aufhalten, wurde einiges getan: Dank des motivierten EnBW-Teams hat der Garten jetzt eine nigelnagelneue Terrasse, einen Tisch mit Sitzbänken, breitere Wege, eine kleine Sitzgruppe für die Kids und Betonhülsen für Sonnenschirme – die mögen dem ein oder anderen übrigens bekannt vorkommen. Sie schenkten früher den Gästen des Café Luftschloss Schatten.

Die Mitarbeiter wohnen ja selbst im Ort oder im Nachbarort. Ihre Kinder sind hier in den Einrichtungen. Das macht es auch aus.

Markus Fetting, Projektleiter

 Doch es wurde nicht nur in praktische Anschaffungen investiert. Ein Teil der 5000 Euro floss in Unterhaltung: Für die kleinen Gäste gibt es künftig unter anderem (Brett-)Spiele, Bälle, Bauklötze, Babyspielzeug und Bobbycars. Das ältere Publikum mag sich besonders über den neuen gasbetriebenen Pizzaofen freuen.

Von Nachbarn für Nachbarn

Der Kicker: Auch wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter passende (Vor-)Kenntnisse mitbringen, sind sie keine „gelernten Leute“, wie „MacherBus“-Projektleiter Markus Fettig erklärt. „Der eine ist Betriebsrat, der andere aus der IT und so weiter.“ Zur körperlichen Arbeit gezwungen wird natürlich niemand. Alle Mitglieder des zehnköpfigen Teams haben sich freiwillig gemeldet, den Rechner für einen Tag durch Schaufel und Spaten zu ersetzen.

Eigentlich ist die Aktion, die in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag feiert, aus einer Kampagne heraus entstanden. Der Grundgedanke, so Fettig, sei gewesen, dass man als Belegschaft der EnBW einen Beitrag zur Gesellschaft leisten und vor Ort mit anpacken wollte. „Die Mitarbeiter wohnen ja selbst im Ort oder im Nachbarort. Ihre Kinder sind hier in den Einrichtungen“, so der Projektleiter. „Das macht es auch aus.“

Der „Garten der Generationen“ ist das mittlerweile 46. Projekt, das im Rahmen der „MacherBus“-Aktion erfolgreich umgesetzt wurde. Es seien ganz vielseitige Ideen dabei gewesen, berichtet Markus Fettig. Besonders im Kopf geblieben ist ihm der Bau einer Therapieschaukel für Kinder im Rollstuhl auf einem Bauernhof. „Das war wirklich ein schönes Erlebnis“, resümiert er.

Es gibt noch mehr zu tun

Von Sarah Löffler, Jugendreferentin Sarah Kunzi und der evangelischen Pfarrschaft, bestehend aus Nicolai Opifanti und Daniel Trostel, bekommt das Projekt einen Daumen hoch. Man hoffe, dass der neu gestaltete Bereich dabei helfe, den Ortskern am Leben zu halten und einen Austausch zwischen den Generationen anzukurbeln.

Auch Bürgermeister Rainer Haußmann zeigt sich überaus zufrieden: Die Fläche, die man jetzt so schön „herausgeputzt“ habe, sei beispielgebend für das Zusammenleben innerhalb einer Gemeinde: „Das ist ein zentraler Platz, den wir miteinander für Jung und Alt von Montag bis Sonntag füllen.“ Besonderen Fokus legt er auf das „Miteinander“, die Hand-in-Hand-Arbeit zwischen kirchlicher und bürgerlicher Gemeinde. Dieses niederschwellige Angebot – nicht träger-, sondern menschenbezogen – sei ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. „Ein geiles Projekt“, fasst er zusammen.

Ganz fertig ist der Garten der Generationen leider noch nicht. Die Arbeit des „MacherBus“-Teams ist zwar beendet, ein paar Dinge müssen allerdings noch geliefert werden. Das Endergebnis, so Sarah Löffler, könne hoffentlich bald bestaunt werden.