Das Erlebnisfeld Heidengraben wird immer konkreter: Ende des nächsten Jahres sollen sich erste Besucher im Informationszentrum am Burrenhof auf die Spuren der Kelten begeben können. Wie es dort einmal aussehen soll, konnten die Bürger in einer virtuellen Veranstaltung erfahren. Der Kelten-Erlebnis-Pfad ist zwar noch nicht offiziell eingeweiht worden, jedoch ist er seit Ende des vergangenen Jahres fertig. Er kann auf neun Stationen mit unterschiedlichen Medien und einer App barrierefrei erkundet werden.
Am Parkplatz Hochholz soll ein Aussichtsturm den Besuchern einen Überblick über den Heidengraben verschaffen, und am Burrenhof wird bald das Informationszentrum entstehen, das auf 700 Quadratmetern die Lebenswelt der Kelten anschaulich macht. Turm, Informationszentrum und Erlebnispfad bilden gemeinsam das Erlebnisfeld Heidengraben.
Darum herum passiert auch noch einiges, beispielsweise wird der Verkehr neu geregelt, um die Besucherströme zu lenken. An Spitzentagen wird mit bis zu 100 Autos von Besuchern gerechnet. Sie sollen am Hochholz parken, am Erlebniszentrum wird es nur Parkplätze für Behinderte und Fahrräder geben. Eine Bushaltestelle am neuen Kreisverkehr soll nicht nur für Linienbusse, sondern auch für Reisebusse da sein. Außerdem plant der Landkreis Esslingen im Rahmen seiner Radverkehrskonzeption einen Weg Richtung Erkenbrechtsweiler.
Über das, was gebaut wird, informierte Architekt Thomas Ott aus Laichingen. Das Gebäude des Informationszentrums erinnert an einen der keltischen Grabhügel in der Nähe und öffnet sich nur zur Straße und zum Burrenhof hin mit einer Glasfassade. Der Hügel kann auch begangen werden. Das Haus hat ein Volumen von 3300 Kubikmetern, die über eine Wärmepumpe beheizt werden. Da das Gelände abgesenkt wird, wirkt das Gebäude weniger wuchtig. Selbstverständlich ist alles barrierefrei. Im Inneren gibt es ein kleines Bis- tro, Sanitäranlagen und die Ausstellung, die vom Studio KLV aus Berlin konzipiert wurde.
Der Turm ist in seinem Grundriss dem keltischen Symbol der Triquetra nachempfunden und erinnert an einen keltischen Wehrturm. Sechs Holzstützen bilden den Rahmen und weiten sich nach oben auf. In 18 Metern Höhe findet sich eine Aussichtsplattform.
Astrid Dressel und Bernd Kehrer von KLV berichteten den Zuschauern davon, was sie einmal im Inneren des Museums erwarten wird. Die Ausstellungsfläche beträgt 250 Quadratmeter, grob eingeteilt in „Zeitreise“, „Marktplatz“ und „Keltenpanorama“ und lässt Raum für Sonderausstellungen. Wer hofft, dort originale Funde zu sehen, wird enttäuscht. Wenn, dann werden Repliken gezeigt, die Originale sollen ausschließlich im Museum in Grabenstetten zu sehen sein, das ebenfalls aufgewertet wird. Gezeigt wird im Informationszentrum beispielsweise, wie etwas aussieht, wenn es gefunden wird, wie es rekonstruiert wird und welche Funktion es in der Lebenswelt der Kelten hatte.
Panorama-Bilder und Projektionen zeigen, wie es einst im Heidengraben ausgesehen hat, geben Informationen über Handwerk, Handel und Gesellschaft. Mit echtem Getreide können Besucher erfahren, wie damals gemahlen wurde. Einer der Höhepunkte dürfte ein Streitwagen auf einer beweglichen Plattform sein, mit dem man durch den virtuellen Heidengraben fahren kann.
Ein „Spiegel“ ermöglicht, sich selbst in der Kleidung der Kelten zu sehen. So können die Besucher mit allen Sinnen eintauchen in die Welt der Kelten. Dafür, dass alles seine historische Richtigkeit hat, sorgt der Archäologe Dr. Gerd Stegmaier, der im Auftrag der drei Gemeinden das Projekt betreut und viel am Heidengraben forscht. Stegmaier ging noch einmal auf den Kelten-Erlebnis-Pfad ein, der seiner Meinung nach gut die lange nicht erkannte historische Bedeutung des Heidengrabens zeigt.
Was die Kosten angeht, so hielt sich Roland Deh, Bürgermeister von Grabenstetten, recht bedeckt. Fest steht, dass es viele Zuschüsse geben wird und es große Hoffnungen gibt, dass das Projekt viele Reisende in die Region lockt.
