Als Zimmermann gehören Arbeiten an Hausdächern zum täglichen Brot von Matthias Renz, dem Inhaber des Kirchheimer Unternehmens Holzbau Renz. Aber auch die Montage von Holzfassaden zählt zu seinen Tätigkeiten. Eine Arbeit, bei der nach den Worten des Fachmanns schnell mal 20.000 Schrauben benötigt werden können. Renz gibt zu bedenken: „Für alles, das man öfter als dreimal macht, nutzt man eine Schablone.“
Bislang hätte es aber keine Variante gegeben, die den unzähligen Bohrungen standgehalten hätte. Selbst Schablonen aus Hartplastik würden bald verschleißen – so werde aus einem Vierer-Loch nach 1000 Bohrungen ein Fünfer-Loch. Seine Arbeit sei deshalb durch das Umbauen, Umschrauben und die Herstellung von neuen Schablonen geprägt gewesen. Das habe den Handwerker irgendwann so genervt, dass er sich selbst eine Lösung überlegte. Herausgekommen ist eine neue Bohrschablone, die nicht nur wesentlich stabiler und präziser sei, sondern auch praktisch auseinandergeschraubt werden könne, sodass sie in jedes Auto passe und auf der Baustelle schnell wieder zusammengebaut sei.
Die anfängliche Skepsis überwinden
Matthias Renz ist davon überzeugt, dass seine Schablone den Arbeitsalltag von Zimmerleuten und Fassadenbauern wesentlich erleichtern und vor allem beschleunigen kann. Deshalb hat sich der Jesinger den Namen Fassadenblitz für seine Erfindung überlegt. In der Teckregion habe er schon einige Betriebe vom Nutzen der neuen Schablone überzeugen können. Der Zimmermann weiß jedoch auch: „Zu Beginn sind die Menschen immer etwas skeptisch.“ Wenn etwas Jahre lang auf eine bestimmte Art gemacht wird und geklappt hat, bestehe kein Änderungswunsch. „Sie glauben zuerst nicht, dass sie etwas Neues brauchen, aber wenn sie es mal haben, geben sie es nicht mehr her“, sagt Matthias Renz schmunzelnd.
Vor einem halben Jahr ist der Jesinger aktiv in die Vermarktung für seinen Fassadenblitz eingestiegen. Eine eigene Abteilung hat er dafür aber nicht, vielmehr legt er nach Feierabend selbst los: „Das ist mein Hobby. Andere machen Sport, ich packe abends ein paar Schablonen ein.“

Seine Ausbildung zum Zimmermann hat der gebürtige Jesinger nach seinem Abschluss an der Freihof-Realschule in Kirchheim gemacht. Die Meisterschule folgte in Stuttgart. Nach den Geburten seiner beiden Kinder war er für sechs Jahre in Elternzeit, ehe er auf dem Hof seines Großvaters in Jesingen seinen Betrieb gründete. Mittlerweile hat der Unternehmer aus Platzgründen eine Halle in Bissingen dazugenommen. Die, wenn es so läuft, wie es sich der Vater wünscht, eines Tages von seinem Sohn übernommen wird, der mittlerweile selbst seine Ausbildung zum Zimmermann begonnen hat.

