Auf dem Briefkasten steht ein Paar Pantoffeln, rosa. Vermutlich zurückgelassen von einem der 28 Menschen, die bei einem Dachstuhlbrand in der Nacht zum Dienstag ihre Wohnungen in der Esslinger Hirschlandstraße verlassen mussten. Am Dienstagmittag konnte von der Polizei noch keine Aussage getroffen werden, warum das Feuer ausgebrochen war. Der Dachstuhl müsse erst auskühlen, und es müsse sicher sein, dass nichts weiter einstürzt, so Michael Schaal vom Polizeipräsidium Reutlingen.
Was war passiert? Wie die Polizei bereits in der Nacht berichtete, wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes gegen 1.45 Uhr alarmiert. Ein Dachstuhl stand in „Vollbrand“, wie es bei der Feuerwehr hieß, „offene Flammen“ bei der Polizei. Der Brand griff im Verlauf der Nacht auch noch auf den Dachstuhl des Nachbargebäudes über.
Zwei Verletzte in Notaufnahme
Zunächst wurden die Bewohner in Sicherheit gebracht. 28 Menschen mussten ihre Wohnungen in drei Mehrfamilienhäusern verlassen. Glück im Unglück: Die Häuser befinden sich schräg gegenüber vom Klinikum Esslingen – dort wurden die Bewohner betreut. Zwei Leichtverletzte wurden nach Auskunft der Feuerwehr in der Notaufnahme behandelt. Einige derer, die ihre Häuser verlassen mussten, kamen bei Freunden oder Verwandten unter, anderen konnte die Stadt Esslingen eine Notunterkunft anbieten.

Um 4.15 Uhr gab die Feuerwehr Entwarnung: Mit zwei Drehleitern und mehreren Atemschutztrupps im Inneren konnte der Brand unter Kontrolle und schließlich gelöscht werden. Rund 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren auf den Beinen, 18 Fahrzeuge im Einsatz, wie die Feuerwehr mitteilte.
Der Sachschaden kann nach Polizeiangaben noch nicht beziffert werden, dürfte sich jedoch im mittleren sechsstelligen Bereich bewegen, wie es hieß. Sobald der Dachstuhl begehbar ist, werden laut Polizeisprecher Schaal die Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen. Stand jetzt gebe es keine Hinweise auf Brandstifter.
Am Tag nach dem Brand herrscht Ruhe am Brandort. Nicht einmal die Straße ist befahren, denn aufgrund einer Baustelle ist die Straße gesperrt. Die Bewohner wurden evakuiert. Die Haustür ist versiegelt. Einige Dachziegel liegen auf dem Boden. Reste vom Feuerwehrschaum sind hier und da zu entdecken. Einige Fenster sind offen. Viele Stunden später liegt noch immer ein leichter Brandgeruch in der Luft.
An dem Einsatz waren neben der hauptamtlichen Abteilung in Esslingen die freiwilligen Abteilungen Stadtmitte, Berkheim, Hegensberg, Sirnau, Sulzgries und Zell vor Ort. Weitere Einsatzkräfte rückten zum Innendienst aus: Sie besetzten nach Auskunft der Esslinger Feuerwehr die Feuerwache für den Fall weiterer Einsätze.
40 Hauptamtliche arbeiten in der Esslinger Feuerwache
Knapp 900 Mal rückte die Feuerwehr Esslingen im vergangenen Jahr aus. 40 Hauptamtliche arbeiten in der Feuerwache, unter ihnen auch Maurer, Elektriker und Installateure. „Ihre primäre Funktion ist es, den Betrieb der Feuerwehr sicherzustellen“, so der Amtsleiter für die hauptamtliche Feuerwehr der Stadt Esslingen Oliver Knörzer. In der Feuerwache befindet sich auch die Leitstelle – eine Kombination aus Feuerwehr- und Rettungsdienst. Hier gehen unter anderem sämtliche Notrufe vom Landkreis Esslingen ein. Besetzt ist die Leitstelle rund um die Uhr mit Mitarbeitern der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes. jmf

