Lebensmittel
Ehemaliges Dietz-Werk in Schopfloch wird geschlossen

Die Produktion wird zum 30. Juni 2026 nach Kempten verlagert. 60 Mitarbeiter sind betroffen.

Dietz-Wurst wird ab Juli 2026 nicht mehr in Schopfloch produziert. Foto: pr

Lenningen/Kempten. Ab Mitte nächsten Jahres ist Schluss mit Dietz-Dosenwurst made in Schopfloch: Am gestrigen Freitag sind 60 Mitarbeiter informiert worden, dass ihr Standort auf der Alb geschlossen wird. Die Produktion soll zum 30. Juni 2026 an den Hauptsitz nach Kempten im Allgäu verlagert werden. Die meisten der 60 Mitarbeiter hätten ein Übernahmeangebot an den Standort Kempten erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung von Allgäu Fresh Foods (AFF), dem Betreiber des Werks.

Aus Dietz wurde Allgäu Fresh Foods (AFF)

Die zur Feneberg Gruppe gehörende Firma Allgäu Fresh Foods ist hervorgegangen aus vier regionalen Traditionsunternehmen, darunter der Metzgerei Dietz. Zuletzt war die AFF in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und hatte beim Amtsgericht in Kempten einen Antrag auf Schutzschirmverfahren gestellt, das im April 2025 eröffnet wurde. Das Schutzschirmverfahren ist eine besondere Verfahrensart des deutschen Insolvenzrechts, das die vorläufige Eigenverwaltung mit dem Ziel der frühzeitigen Vorlage eines Insolvenzplans verbindet, um eine Sanierung von Unternehmen zu erleichtern, heißt es in der Pressemitteilung. Am 28. November hätten die Gläubiger mehrheitlich dem Insolvenzplan zugestimmt. Die Firma Kupfer aus Heilsbronn in Franken hält nun die Mehrheitsanteile an dem Unternehmen.

„Die Branche und das Marktumfeld, in dem wir uns bewegen, haben uns gezwungen diesen Weg zu gehen, denn die AFF konnte in den vergangenen Jahren ihre Vorteile gegenüber anderen Marktteilnehmern nicht in dem Maße monetarisieren wie dies erforderlich gewesen wäre, um kostendeckend zu arbeiten“, sagte der Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold. „Unsere Vorteile sind eindeutig Bio und Herkunft, jedoch gibt es auch beim Thema Schwein eine Überkapazität in Deutschland und beim Thema Biorind momentan eine Rohstoffknappheit.“ Man sei froh, mit der Firma Kupfer einen Investor gefunden zu haben, der der Firma nachhaltig helfe, wieder profitabel zu werden.“

Die AFF hat laut Pressemitteilung im vergangenen Geschäftsjahr zirka 100 Millionen Euro umgesetzt und beschäftigt an den Standorten Kempten und Schopfloch momentan rund 400 Mitarbeiter.