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Ein echter Geschmacksmarathon für Most-Kenner in Beuren

Verkostung Der erste Platz beim Most-Event unter dem Motto „Die Besten der Besten“ geht in diesem Jahr nach Gosbach. Bewertet wurden Farbe, Geruch, Geschmack und Harmonie. Von Rudi Fritz

Jochen Heinz (links) und August Kottmann (rechts) präsentieren die zehn Gewinner des Most-Events in der Beurener Kelter.  Foto: Rudi Fritz

Dieser Aufforderung kamen die Anwesenden sicher gerne nach: „Lassen Sie Ihren Gaumen fühlen“, forderte Most-Experte August Kottmann die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Most-Events „Die Besten der Besten“ auf. In der Beurener Kelter fand am Mittwochabend eine landkreisübergreifende Mostprämierung statt. Die Moste kamen hauptsächlich aus den Landkreisen Esslingen und Göppingen, aber auch vereinzelt aus dem Raum Böblingen, Reutlingen und Tübingen.

Bei zehn lokalen Vorentscheidungen, unter anderem beim OGV Nürtingen, hatten sich die jeweils besten drei jeder Veranstaltung für die Mostprämierung qualifiziert. Jens Häußler von der Obst- und Gartenbauberatung beim Esslinger Landratsamt begrüßte gemeinsam mit Jochen Heinz, dem stellvertretenden Landrat des Landkreises Göppingen, die Teilnehmer. „Wir haben beim Most in puncto Qualität in den vergangenen Jahren einen Quantensprung erlebt“, sagte Heinz. Das habe man der vielen Arbeit der Stücklesbesitzer zu verdanken.

 

Zwei Stunden, 29 Moste

Most-Experte und Inhaber des Gasthofs Hirsch in Gosbach, August Kottmann, führte danach eloquent und fachkundig durch die zweistündige Probe der 29 Moste. Das schwäbische Streuobstparadies sei mit seinen vielen Obstsorten die größte zusammenhängende und von der Unesco geadelte Region Europas. Der Klimawandel sorge aber dafür, dass viele Bäume schon früher blühten und bei einem Kälteeinbruch dann keine Früchte mehr produzierten. „Der Baum ist ein Ebenbild des Menschen“, sagte Kottmann und forderte dazu auf, die Bäume regelmäßig sachkundig zu pflegen. Durch falschen Schnitt bekämen die Äpfel einen Sonnenbrand und die Früchte verlören dadurch ihr Aroma. Freie Flächen auf den Streuobstwiesen sollten mit Jungbäumen bepflanzt werden, damit das Kulturgut am Albtrauf erhalten bleibe, so der Gosbacher Most-Experte.

Die 29 Teilnehmer, darunter aus unserem Verbreitungsgebiet Martin Schweizer (Beuren), Roland Hägele (Kohlberg), Dieter Haußmann (Erkenbrechtsweiler), Michael Schmid (Unterensingen) und Jürgen Henzler (Nürtingen) präsentierten ihre Mostsorten. Diese wurden von den Experten probiert und anschließend dafür auf einem Bewertungsbogen Punkte vergeben. Es gab die vier Bewertungskriterien „Farbe und Klarheit“, „Geruch“, „Geschmack“ und „Harmonie“. Für jede Kategorie konnte man zwischen maximal drei und acht Punkte vergeben. „Die vier Bewertungskriterien müssen das Gesamtbild des Mosts ergeben“, erklärte Moderator Kottmann.

 

Obstbäume für die zehn Besten

Vier junge Damen schenkten den Most-Testern von der jeweiligen Sorte eine Probe im Fünf-Minuten-Rhythmus ein. Bei den insgesamt 29 Mostproben vergaben die fachkundigen Experten ihre Punkte. „Eigentlich haben wir heute lauter Siegermoste, wir müssen aber entscheiden, wer die Gewinner sind“, sagte August Kottmann. Für ihn ist jeder Most ein Beweis dafür, was man Großartiges aus Obst machen kann.

Jens Häußler gab die Ergebnisse bekannt. Alle 29 Teilnehmer des Most-Events erhielten Urkunden. Den zehn Besten wurden von Jochen Heinz kleine Obstbäume überreicht. Die Platzierungen von Platz vier bis zehn: Martin Schweizer (Beuren), Tobias Schuhmacher (Stuttgart), Roland Schöttle (Leinfelden-Echterdingen-Stetten), Fabian Staudenmayer (Mühlhausen), Marco Link (Deggingen), Richard Haas (Böhmenkirch) und Gerhard Müller (Mötzingen). Unter den drei Erstplatzierten war auch eine der wenigen Frauen: Ulrike Schöttle aus Leinfelden-Echterdingen-Stetten belegte mit einem Most, der aus zwei Dritteln Apfel und einem Drittel Birne besteht, Platz zwei. Platz drei ging an Thomas Heiner aus Dußlingen mit einem reinen Birnenmost. Sieger des Most-Events „Die Besten der Besten“ wurde der aus Gosbach stammende Markus Kottmann mit einem Birnenmost.