Im Herbst 2022 begann Irena Staudenmaier im Musikzentrum in Plochingen als Director of Operations, und kurz darauf wurde sie zur Verbandsdirektorin im Blasmusikverband berufen. Über einen Mangel an Arbeit kann sich die 49-Jährige nicht beklagen: „Die Doppelfunktion als Organisationschefin im Musikzentrum und die Arbeit für den Verband ist äußerst anspruchsvoll. Es ist jedoch eine sehr erfüllende Aufgabe, die mich jeden Tag aufs Neue motiviert.“
Der berufliche Weg von Irena Staudenmaier verlief recht ungewöhnlich. Die Mutter von drei erwachsenen Kindern legte zunächst die Meisterprüfung im Kosmetikerhandwerk ab, bildete sich dann zur kaufmännischen Fachwirtin weiter und studierte später Philosophie und Mediation. Doch damit nicht genug: Staudenmaier sattelte noch einen Master in Immobilienmanagement drauf. „Das alles war nur möglich, weil mir mein Mann stets den Rücken freigehalten hat“, betont die rührige Managerin.
Der Mensch steht im Mittelpunkt
Im Hotelbereich hat Staudenmaier, die nebenbei drei Bücher über Managementthemen geschrieben hat, vielfältige Erfahrungen gesammelt. Sie war Abteilungsdirektorin in einem großen Hotel in Luzern, unterrichtete als Dozentin an den Berufsakademien in Kassel und Leipzig die Fächer Unternehmens- und Personalführung, und zuletzt leitete sie einen der größten deutschen Campingplätze auf der Schwäbischen Alb.
Durch diese ungewöhnliche Biografie bringt sie beste Voraussetzungen für die vielfältigen Aufgaben im Musikzentrum in Plochingen mit. Ihr Credo: „Der Mensch steht immer im Mittelpunkt.“ Da sei es egal, ob man aus der Wirtschaft, aus der Industrie oder aus der Dienstleistung kommt: Für sie gelte, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. Von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verlangt sie viel und kann gelegentlich auch ungeduldig werden, doch ein gutes Betriebsklima und ein harmonisches Miteinander sind ihr sehr wichtig. „Wir haben eine tolle Belegschaft, auf die ich mich jederzeit verlassen kann“, lobt die Chefin ihre Crew. Besonders hebt sie das hervorragende kollegiale Verhältnis zu Heiko Schulze hervor, der als Direktor für Musik und Bildung für die Bläserakademie verantwortlich zeichnet: „Wir sind eine schlagkräftige Doppelspitze, die das Haus auf sicherem Kurs hält.“
Niemand ist unzufrieden
Staudenmaier sieht sich als Generalistin. Für sie sind Kommunikation und Koordination zentrale Themen. Sie will kreativ sein, hinschauen, wo die Bedürfnisse sind, und diese möglichst übertreffen. „In den letzten Monaten hat kein Gast die Akademie unzufrieden verlassen.“ Die positiven Rückmeldungen über die Feedback-Bögen seien Bestätigung und Ansporn zugleich, weiter an der Optimierung der Abläufe zu arbeiten.
Zu Beginn ihrer Tätigkeit ging es darum, einen Workflow festzulegen: Die Digitalisierung im Musikzentrum wurde vorangetrieben, von der Zeiterfassung über ein neues Buchungssystem bis hin zum Dokumentenmanagement. „Wir entwickeln uns Schritt für Schritt weiter“, sagt Irena Staudenmaier, die auch in der Verbandsarbeit neue Akzente setzen möchte. Dabei stehen die Bedürfnisse der Kreisverbände und Musikvereine an vorderster Stelle. Wichtig sei die Mitgliederbetreuung: Der Verband müsse Ansprechpartner sein und sinnvolle Unterstützung bieten können. Ein herausforderndes Thema ist auch die Ganztagesbetreuung in den Schulen – nicht nur für den Verband, sondern insbesondere für die Musikvereine.
Musikzentrum weiter auslasten
Eine weitere Baustelle ist die Belegung im Musikzentrum. An den Wochenenden ist das Haus meist voll, aber unter der Woche sind noch Kapazitäten frei. „Kürzlich hatten wir die Internationale Bachakademie Stuttgart zu Gast“, erzählt sie und freut sich, dass das Haus in weiteren musikalischen Kreisen bekannt wird. Um die Auslastung zu stärken, möchte die Managerin Firmen ansprechen, die unter der Woche Seminare durchführen könnten. „Das Musikzentrum bietet sowohl räumlich wie in puncto technischer Ausstattung beste Voraussetzungen.“
Irena Staudenmaier sprüht nicht nur vor Ideen, sie sorgt auch für einen Ausgleich in ihrer knapp bemessenen Freizeit. „Vor einigen Monaten habe ich mit Unterricht auf dem Saxofon angefangen. Das Instrument bringt großen Spaß und hilft dabei, Entspannung zu finden, wenn der Stress wieder einmal überhandnimmt.“

