Köngen. Wenige Tage vor dem Ende der Bewerbungsfrist hat mit Carlo Keinrad noch ein Kandidat seinen Hut für die Bürgermeisterwahl in Köngen in den Ring geworfen. Damit gibt es nun acht Bewerber für den Chefsessel der Kommune. Der Gemeindewahlausschuss hat alle Bewerbungen zugelassen, zurückziehen kann nun laut der Gemeindeordnung keiner der Interessenten mehr.
Nach einem verhaltenen Start ging es Schlag auf Schlag
Zwischen dem 13. Januar und dem 25. März konnten potenzielle Kandidaten ihre Unterlagen im Rathaus einreichen. Nachdem das Interesse zunächst eher verhalten war, wagten sich von Mitte Februar an die ersten Bewerber aus der Deckung. Dann ging es allerdings Schlag auf Schlag. Das mit acht Kandidaten vergleichsweise große Bewerberfeld veranlasste die Kommune dazu, den Beginn der offiziellen Kandidatenvorstellung im Burgforum am Donnerstag, 11. April, auf 18 Uhr vorzuziehen. Bei der Veranstaltung erhalten die sieben Bewerber und die eine Bewerberin zunächst jeweils eine Viertelstunde zur persönlichen Vorstellung. Im Anschluss stellen sich die Kandidaten jeweils zehn Minuten den Fragen aus der Bürgerschaft, pro Einwohner ist allerdings nur eine Frage zugelassen. Die Veranstaltung soll auch live auf der Homepage der Kommune übertragen werden. Abrufbar ist der Stream dort bis Freitag, 19. April. Zusätzlich plant das Jugendhaus Trafo am Dienstag, 9. April, ein „BM-Casting“ für Erstwähler. Diese Veranstaltung richtet sich an junge Köngener von 16 bis 21 Jahren. Einlass ist um 18 Uhr. Auch im Trafo haben die Bewerber die Möglichkeit, sich persönlich vorstellen.
Etwaige Stichwahl am 5. Mai
Gewählt wird am Sonntag, 21. April. Entfällt auf keinen Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet am 5. Mai eine Stichwahl zwischen den beiden erfolgreichsten Kandidaten statt.
Als erster Bewerber hatte der Unterensinger Versicherungskaufmann Michael Reichenecker seine Unterlagen eingereicht, es folgten der Lehrbeauftragte Marcel Sersch aus Oberboihingen, der Erzieher-Azubi Tim Stober (Köngen), der Technische Planer Ciprian Hoffmann (Köngen), der Diplomverwaltungswirt Gabriel Ileri (Köngen), die Speditionskauffrau Anja Göttker (Köngen), der ehemalige Köngener Pfarrer und Volljurist Ronald Scholz (Kirchheim) sowie zuletzt der Köngener Carlo Keinrad. Letzterer ist 31 Jahre alt und derzeit als Assistent in der Bauleitung tätig. „Es ist Zeit für sinnvolle Veränderungen in der kommunalen Selbstverwaltung“, begründet Keinrad seinen Entschluss zu kandidieren. Besonders im Blick hat er dabei die hohe Steuerlast, die die Bürger zu tragen haben: „Und obwohl wir soviel zahlen, fließt das Geld überall hin. Nur bei uns vor Ort wird zu wenig getan.“
Ruppaner wechselte als OB nach Leinfelden-Echterdingen
Nötig wurde die Neuwahl, weil Otto Ruppaner, der von 2014 bis 2024 Bürgermeister von Köngen war, Anfang März als Oberbürgermeister nach Leinfelden-Echterdingen wechselte. Die Amtsgeschäfte führt seitdem – und bis zur Einsetzung des neuen Verwaltungschefs oder der neuen Verwaltungschefin – die stellvertretende Bürgermeisterin Johanna Fallscheer.

