Haushalt 2026
Finanzen in Owen: Sparen kann neue Probleme schaffen

Im Ergebnishaushalt der Stadt Owen klafft auch 2026 eine Lücke. Die Personalkosten haben sich seit 2017 beinahe verdoppelt. Auch Sparmaßnahmen wurden im Gemeinderat diskutiert. 

Zwischen Wasenweg und Schießhüttestraße ist die Neue Straße aktuell gesperrt. Für den Ausbau sind 2026 525.000 Euro veranschlagt
Zwischen Wasenweg und Schießhüttestraße ist die Neue Straße aktuell gesperrt. Für den Ausbau sind 2026 525.000 Euro veranschlagt. Die Gesamtkosten sind jedoch höher. Foto: Antje Dörr

Die Stadt Owen steht finanziell unter Druck. Im Haushaltsjahr 2026 wird der ordentliche Ergebnishaushalt erneut mit einem negativen Ergebnis abschließen. Zwischen Einnahmen und Ausgaben – im Haushaltsrecht Erträge und Aufwendungen genannt – klafft also eine Lücke in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro. Im laufenden Jahr war dieses Loch rund 1,8 Millionen Euro groß. „Ausgeglichene Haushalte sind landesweit kaum noch zu erreichen“, sagte Kämmerin Jasmin Wörner zur Einordnung. Der Haushalt der Stadt sei dennoch genehmigungsfähig, vor allem wegen der hohen Rücklagen aus den Jahren 2012 bis heute. Das Wichtigste im Überblick:

4,5 Millionen für Personal

Im Ergebnishaushalt rechnet die Stadt mit Erträgen, also Einnahmen, in Höhe von rund elf Millionen Euro. Der größte Batzen kommt mit rund 7,4 Millionen Euro aus Steuern und ähnlichen Abgaben. Aus diesem Topf bezahlt die Stadt Owen auch ihr Personal: städtische Mitarbeiter, Erzieherinnen und so weiter. Die Personalausgaben betragen 2026 rund 4,5 Millionen Euro. Dieser Betrag hat sich seit 2017 nahezu verdoppelt, was unter anderem an den hohen Tarifabschlüssen liegt. Aber auch Unterhaltungsmaßnahmen, Sach- und Dienstleistungen, Abschreibungen sowie Transferleis­tungen wie die Kreisumlage, die Owen an den Landkreis bezahlen muss, sind im Ergebnishaushalt eingerechnet.

Rathaus teuerste Maßnahme

2026 investiert die Stadt Owen rund 5,2 Millionen Euro, erhält aber auch rund 1,4 Millionen Euro an Fördermitteln für verschiedene Maßnahmen. Die teuerste Maßnahme ist die Sanierung und Erweiterung des Rathauses. Dafür sind im Haushaltsplan 2026 zunächst rund 2,8 Millionen Euro veranschlagt. Für die Sanierung von Lauterweg, Mörikeweg und Auweg sind 750.000 Euro eingeplant, für den Ausbau der barrierefreien Bushaltestellen sowie den zweiten Abschnitt des Ausbaus Neue Straße je 525.000 Euro. Der Bauhof braucht ein neues Fahrzeug, dafür sind 2026
150.000 Euro vorgesehen. 

Warum Schulden nötig sind

In den vergangenen Jahren ist die Stadt Owen ohne Kredite ausgekommen und hat alle Investitionen aus ihren liquiden Mitteln, also dem Bankguthaben, bezahlt. Auch zum Start des Haushaltsjahrs beträgt der Schuldenstand null Euro. Zum 1. 1. 2026 hat die Stadt noch vier Millionen Euro auf der hohen Kante. Aufgrund der Inves­titionen werden es Ende 2026 nur noch rund 1,7 Millionen Euro sein. Um weitere Investitionen zu tätigen, sind im Finanzhaushalt 2026 Kreditaufnahmen in Höhe von zwei Millionen Euro und 2027 in Höhe von 1,5 Millionen Euro eingeplant. 

Wie gespart werden könnte

Aktuell leistet sich die Stadt Owen in den städtischen Kitas zusätzliches Hilfspersonal. Jährliche Kos­ten: 350.000 Euro. Dieses Personal könnte gestrichen werden. Allerdings warnte Bürgermeisterin Verena Grötzinger vor den Folgen. „Wir können auf den Mindestpersonalschlüssel runtergehen. Aber dann wären unsere Kindergärten die Hälfte der Zeit geschlossen“, sagte sie in Anspielung auf Zeiten mit hohem Krankenstand. Sollte die Stadt darauf verzichten, die Stelle der Wirtschaftsförderung neu auszuschreiben, würde das 84.240 Euro einsparen. Auch hier verwies die Bürgermeisterin auf Konsequenzen. „Wenn wir die Stelle der Wirtschafts- und Tourismusförderung nicht besetzen, wird schon einiges wegbrechen. Ich habe keine Kapazitäten mehr. Da müssen wir uns einig sein, dass manches halt nicht mehr geht“, sagte sie zu den Gemeinderäten. Am kontroversesten wurde darüber diskutiert, ob die Vereine, die sich am Stadtfest beteiligen, weiterhin 10.000 Euro erhalten sollen oder nicht. Auch im Finanzhaushalt gibt es noch Einsparpotenzial. Die endgültige Entscheidung über den Haushaltsplan fällt im Januar.