Bildung
Freie Evangelische Schule in Dettingen wächst vorerst im Provisorium

Die Bekenntnisschule mit Sitz in Dettingen bekommt immer mehr Schüler hinzu. Weil der
Schulneubau in Kirchheim erst 2029 kommt, müssen Träger und Schule improvisieren.

Im ehemaligen Gebäude der Firma Diez Motoren hat die Freie Evangelische Schule Kirchheim (FESK) Räume hinzubekommen. Foto: Carsten Riedl

Für die Verantwortlichen der Schule war es ein Geschenk des Himmels: Das Angebot der Firma Adolf Dietz Immobilien, im Gebäude der Freien Evangelischen Schule (FESK) in Dettingen zusätzliche Flächen für die Grund- und die Realschule zu mieten. Damit können nun fast alle Schülerinnen und Schüler am aktuellen Standort in der Kirchheimer Straße unterrichtet werden. Auch für einen Technik-Raum, ein Zimmer für Medienbildung und einen Raum, in dem genäht werden kann, ist endlich Platz. „Wir hatten 700 Quadratmeter, jetzt sind es 2000“, sagt Vorstand Andreas Krapf. Platz, der dringend benötigt wird. Aktuell gibt es in der Realschule die Klassen fünf bis acht, zwei kommen also noch hinzu.

 

Der zusätzliche Raum war dringend notwendig.
Kein Raum ist ungenutzt.

Cornelius Finkbeiner, Realschul-Rektor, über das vorläufige Ende der Platznot

 

Zuvor hatte der Schulträger Räume von der Gemeinde Dettingen sowie der Evangelischen Kirchengemeinde anmieten müssen, um alle Kinder unterzubringen. „Diese Räume konnten wir für dieses Schuljahr aufgeben“, sagt Vorstand Andreas Krapf. Die Betonung liegt auf „dieses Schuljahr“. Denn schon im nächsten Jahr, wenn die neuen Fünftklässler starten, wird die Bekenntnisschule wieder auf externe Räume zurückgreifen müssen – zusätzlich zu Flächen im ehemaligen Atelier Starkert, die ohnehin angemietet bleiben. Weil der Pausenhof für 128 Kinder viel zu klein geworden ist, hat die Schule eine „Pausenhalle“ in Betrieb genommen, der man ihre Vergangenheit als Produktionsstätte noch deutlich ansieht.

Der Platzmangel ist ein ständiger Begleiter in der Freien Evangelischen Schule. Weil eine Schulküche für das Fach Alltagskultur, Ernährung und Soziales (AES) fehlt, kocht die FESK in der Küche der Familien-Bildungsstätte Kirchheim (FBS). Sportunterricht findet in der Halle der Teckschule beziehungsweise in der Kreissporthalle in Kirchheim statt. Den naturwissenschaftlichen Fachraum der Max-Eyth-Schule darf die FESK ebenfalls mitbenutzen. 

Neubau soll 2029 fertig sein

Andreas Krapf und Realschul-Leiter Cornelius Finkbeiner nehmen diese logistischen Herausforderungen augenscheinlich gelassen, sind dankbar, überhaupt Räume zu haben. Außerdem ist Linderung in Sicht: Schulträger und Stadtverwaltung Kirchheim suchen bekanntlich unter Hochdruck nach einer Fläche für ein Schulgebäude. Aktuell werden Alternativen zum Standort in den Badwiesen geprüft. „Im Schuljahr 2029 muss das Gebäude fertig sein“, sagt Andreas Krapf, der von einem „noch machbaren, aber schon sportlichen“ Zeitplan spricht. 

Unterricht in einer der Realschulklassen. Foto: Carsten Riedl

Die Freie Evangelische Schule gibt es mittlerweile seit zehn Jahren. Gestartet ist sie damals mit sieben Kindern im CJD im Doschler in Kirchheim. Längst ist die FESK den Kinderschuhen entwachsen, Grund- und Realschule haben aktuell je 64 Schülerinnen und Schüler, die von insgesamt 20 Pädagoginnen und Pädagogen unterrichtet werden. Während die Realschule vor drei Jahren ebenfalls mit sieben Schülerinnen und Schülern gestartet ist, haben sich 2025 bereits 20 Kinder für den Übergang auf die Bekenntnisschule entschieden. „In diesem Jahr rechnen wir mit einer vollen Klasse“, sagt Andreas Krapf. Voll, das bedeutet an der Privatschule 25 Schülerinnen und Schüler. In staatlichen Schulen liegt der Klassenteiler höher. Mittelfristig will die Schule noch weiter wachsen: Der Neubau in Kirchheim ist für eine je zweizügige Grund- und Realschule geplant.

Bis es so weit ist, freuen sich die Verantwortlichen über den hinzugewonnenen Platz am Standort Dettingen. Sie loben das Engagement der Eltern und Ehrenamtlichen, die beim Blitz-Umbau der Räume geholfen haben, die Stadt Kirchheim, die für eine rasche Baugenehmigung gesorgt hat, und natürlich Gott, der ihre Gebete erhört habe. „Es war wirklich knapp, aber wenige Stunden vor Beginn des neuen Schuljahrs waren die Klassenzimmer fertig“, sagt Cornelius Finkbeiner. 

Im ursprünglich veröffentlichten Artikel war uns ein Fehler unterlaufen. Vermieter der Immobilie ist nicht die Firma Dietz-motoren, sondern die Firma Adolf Dietz Immobilien. Wir haben den Fehler korrigiert.