Frelichtmuseum
Freilichtmuseum Beuren: Saison 2025 schließt mit Besucherrekord ab

Von März bis November kamen 88.165 Besucher in die Einrichtung des Landkreises Esslingen. Die neue Museumsleiterin Petra Naumann zog Bilanz.

Die Eröffnung des neuen Themenspielplatzes mit Landrat Musolf und Steffi Cornelius war eines der Highlights im Freilichtmuseum Beuren in diesem Jahr.  Foto: Felix Fröhlich

Zum Ende ihrer Amtszeit als Leiterin des Freilichtmuseums, das sie maßgeblich mit aufgebaut hat, bescherte Steffi Cornelius der Einrichtung des Landkreises Esslingen inmitten der Obstbaumwiesen bei Beuren noch einen Rekord. Den verkündete ihre Nachfolgerin Petra Naumann, mit der Cornelius zuvor schon eng zusammengearbeitet hat. Im Kultur- und Schulausschuss des Kreistags legte Naumann die Bilanz für die Anfang November zu Ende gegangene Saison 2025 vor, in der 88.165 Besucher verzeichnet wurden. Im Jahr zuvor waren es noch 67.482. Dass es nun zur Rekordzahl kam, dafür ist nicht zuletzt die Verabschiedung der Museumsleiterin selbst zur Saisoneröffnung am 30. März verantwortlich. An diesem Tag, an dem gleichzeitig der umfangreich neu gestaltete Spielbereich im Beisein von Landrat Marcel Musolf eingeweiht wurde, kamen alleine schon 4874 Besucherinnen und Besucher, darunter zahlreiche Kinder.

 

Etwas über 70.000

Im Schnitt bewegten sich die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren immer etwas über 70.000, außer in den Pandemie-Jahren, die man aber dank großem Engagement aller Haupt- und Ehrenamtlichen noch glimpflich überstand. Mit dieser Zahl wurde auch für die Saison 2025 kalkuliert. So brachte das Mehr an Besuchern nicht nur mehr Eintrittsgeld in die Kasse, es erhöhte auch das Sponsoring der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, die pro Besucher zwei Euro zuschießt, von kalkulierten 140.000 auf 176.330 Euro.

 

Der Themenspielplatz ist eine neue Attraktion

Das Museumsjahr sei geprägt gewesen durch die Inbetriebnahme des neuen Themenspielplatzes, zu dem der Förderverein einen erheblichen Beitrag geleistet hat, damit einhergehend wurde die Dorfstraße neu gestaltet. Auch galt es, eine gastronomische Grundversorgung zu sichern. Außerdem wurde die Sichtung und der Umzug der verbleibenden Museumsexponate aus den ehemaligen Bundeswehrbunkern im Tiefenbachtal in das neue Depot bei Beuren abgeschlossen.

Beim Veranstaltungsprogramm lag der Schwerpunkt auf neuen Konzeptionen und die Weiterentwicklung von Themen- und Aktionstagen mit Akteuren aus der Region, berichtete Naumann. Dazu zählten insbesondere der Märchentag, die Spiel- und Spaß-Sonntage rund um den neuen Themenspielplatz und die Thementage „Handwerk hautnah“. Aber auch traditionelle Veranstaltungen seien gut angenommen worden, so die Schäfertage mit Schäfermarkt in Zusammenarbeit mit dem Landesschafzuchtverband und das Wochenende zum Handwerk in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft, dem Bündnis zur Fachkräfteförderung und der Wirtschaftsförderung des Landkreises. Dabei wurden Handwerksberufe anschaulich vorgestellt und Informationen dazu gegeben. Zu den Rennern zählt auch die Veranstaltung „Arche des Geschmacks“ unter dem Motto „Essen, was man retten will“, zusammen mit Slow Food Deutschland aus Stuttgart.

 

Traditionsveranstaltungen ziehen nach wie vor

Publikumsmagnet ist auch das traditionelle Mostfest rund um das Kulturgut Streuobst unter Beteiligung des Schwäbischen Streuobstparadieses und des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine Nürtingen. Auch das „Forum der Pferdestärken“, ein Aktionstag zu nachhaltiger Landschaftspflege in Zusammenarbeit mit mehr als 30 Pferdefachleuten aus der Region und der Thementag zu nachhaltiger Kleidung, Stoffen und Accessoires zusammen mit dem Nürtinger Verein Klima-Taskforce und einem Modedesigner sowie dem Repair-Café stießen auf Interesse. Schließlich war auch die letzte Verkaufsaktion von ausgemusterten Museumsstücken wieder stark frequentiert.

Das Projekt „Sorten und Sortenvielfalt“ mit einer Vielzahl von Vermittlungsangeboten und Schwerpunktveranstaltungen, auf das die Gärten und Äcker des Museums abgestimmt und bewirtschaftet werden, bleibe weiterhin eines der Leitthemen des Museums, so Naumann, es sei ein Alleinstellungsmerkmal unter den sieben Freilichtmuseen im Land. Mittelpunkt dabei ist das Erlebnis- und Genusszentrum mit der Demonstrationsküche und Beispielen für die Verarbeitung von regionalen Produkten. Auch wurde das 2024 mit dem Pflanzenzüchter Jan Sneyd begonnene Projekt „Aus dem Freilichtmuseum in die Genbank“ in diesem Jahr erfolgreich fortgesetzt, so Naumann. Bei alledem bleibe das große ehrenamtliche Team des Museums ein wichtiger Garant und Partner für eine breit aufgestellte Vermittlungsarbeit, hob die Museumsleiterin hervor.

Auf die Frage von Jürgen Roos (Linke), wie weitere junge Museumsbesucher gewonnen werden können, kündigte Naumann an, dass man sich beim Landesprogramm „Museum macht Schule“ bewerben werde. Für das alle zwei Jahre stattfindende Oldtimer-Treffen gebe es dagegen keine Fördermittel des Landes mehr. „Wir arbeiten an einer neuen Konzeption, zum Beispiel mit Themen, wie die ersten Urlaubsfahrten mit dem Auto ausgesehen haben“, gab Naumann einen Ausblick.