Geht ein Alarm mit dem Stichwort „Kohlenmonoxid“ ein, dann rückt erst einmal ein Großaufgebot an Einsatzkräften aus. So geschehen am Sonntagabend in der Vorderen Straße im Bissinger Ortskern. „Kurz nach 19 Uhr ging der Alarm bei uns ein, wir waren dann mit fünf Fahrzeugen und 25 Personen im Einsatz. Dazu kamen der Rettungsdienst und die Polizei“, berichtet Thomas Weil, stellvertretender Gesamt- und Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bissingen. Vor Ort führte die Feuerwehr im betroffenen Wohngebäude unmittelbar CO-Messungen durch und lüftete die Räume. „Wir konnten keinen Kohlenmonoxidaustritt feststellen. Der Einsatz konnte nach einer guten halben Stunde wieder beendet werden“, berichtet Thomas Weil. Das bestätigt Polizeisprecher Martin Raff vom Polizeipräsidium Reutlingen: „Es ging ein Notruf von einer Dame ein. Es konnten im Wohngebäude aber weder der Verdacht eines Gasaustritts, noch ein angebranntes Essen bestätigt werden. Die Polizei war mit einer Streife vor Ort.“
CO-Melder warnen rechtzeitig
Was in dem Fall glimpflich ablief, kann im Ernstfall tödlich sein. „Tritt tatsächlich Kohlenmonoxid aus, dann reichen schon zwei bis drei Atemzüge für eine Bewusstlosigkeit“, erklärt der stellvertretende Bissinger Kommandant Thomas Weil zur unsichtbaren Gefahr. „Kohlenmonoxid ist ein Atemgift, das man nicht sehen, riechen oder schmecken kann. Atmet man zu viel davon ein, kommt es sehr schnell zu einem Aussetzen der Atmung und einem Herz-Kreislauf-Stillstand“, so Weil.

Potenzielle Gefahrenquellen können laut dem Feuerwehrmann neben einer Gasheizung beispielsweise auch eine Holzbefeuerung über einen Kaminofen mit blockierter Abluft oder auch die Nutzung eines Gasherds oder Gasgrills innerhalb von Wohnräumen sein. Schützen könne man sich durch die Installation von CO-Meldern, „die gibt es im Fachhandel und sie sind vergleichbar mit Feuermeldern, allerdings kein Ersatz für diese“, erklärt Thomas Weil.
Hat man entsprechende Gefahrenquellen im Haus und es machen sich typische Symptome einer CO-Vergiftung wie Sehstörungen, Schwindel, Schläfrigkeit, ein Druck auf der Brust, Herzrasen, starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schüttelfrost oder Übelkeit bis hin zum Erbrechen bemerkbar, sollte man die Räume sofort gut durchlüften und das Gebäude möglichst schnell verlassen.
Kohlenmonoxid: Quellen und Schutzmaßnahmen
Kohlenmonoxid ist ein gefährliches Atemgift, das man nicht sehen, riechen oder schmecken kann. Das Gas kann durch Wände oder Fußböden dringen, sodass es auch in Räumen auftritt, in denen sich keine potenzielle Gefahrenquelle befindet. Beim Einatmen gelangt es über die Lunge in den Blutkreislauf und blockiert die Sauerstoffaufnahme im Blut. Eine hohe CO-Konzentration führt von der Bewusstlosigkeit bis zum Tod.
Potenzielle Gefahrenquellen sind Gastherme, Heizungsanlagen, die blockierte Abluft eines Kamins, Kamin und (Holz)ofen, Gasherd, Holzkohle- oder Gasgrills sowie Heizpilze in geschlossenen Räumen (zu vermeiden).
Schützen kann man sich durch die Installation von CO-Meldern, regelmäßiger Wartung von Heizungen, Gasthermen und Durchlauferhitzern oder auch der regelmäßigen Kontrolle des Schornsteins.

