Auf 1,7 Kilometern schlängelt sich der Festumzug zu Fuß durch den Ort. Einzig der Posaunenchor sitzt im Festwagen, der von einem blank geputzten Traktor gezogen wird. Gefeiert wurden das Kreismusikfest und 125 Jahre Stadtkapelle Owen. Schon von Weitem sind sie zu hören, die Stadtkapellen und Musikvereine aus Owen und Umgebung sowie die anderen Laufgruppen, die um 13 Uhr am Bahnhof gestartet sind. Es geht über die B 465 und die Steigstraße hoch, die Markt- und Steingaustraße entlang und die Bergstraße wieder runter. Danach sind es nur noch wenige Meter bis zum Sportplatz in der Au. Immer wieder kommt es zu Staus, was besonders die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer auf den Bürgersteigen freut. So haben alle Zeit ein Foto zu machen, einen Plausch zu halten, oder die Bonbons aufzusammeln, die die einzelnen Vereine großzügig den Kindern vor die Füße werfen.
Musikalischer Stau
Während die Stadtkapelle des Musikvereins Owen schon darauf wartet, die B465 queren zu können, kommen immer noch Musikvereine um die Kurve in die Bergstraße. Doch trotz Abstandsregeln und genügend Zeit zwischen den Laufgruppen, ist die Wartezeit an der Bundesstraße einfach zu lang. Die unterschiedlichen Lieder vermischen sich zu einem außergewöhnlichen Musikerlebnis.
Aus allen Haustüren kommen die Einwohner, einige sitzen auf Mauern, oder machen es sich mit einem Getränk auf der Wiese bequem. Gut vorbereitete Zuschauer haben sich Gartenstühle auf den Bürgersteig gestellt und beobachten den Umzug ganz bequem im Sitzen.

Mittendrin läuft Bürgermeisterin Verena Grötzinger. „Wenn man selbst mitläuft, ist es schade, dass man von der Strecke so wenig mitbekommt“, sagt sie. Aber sie freut sich sehr, dass sich so viele Vereine für den Umzug gemeldet haben. Alt und Jung, Musikvereine, aber auch Sportgruppen und die Landfrauen sind mit von der Partie. Auch der Förderverein Freiwilligen Feuerwehr Kahnsdorf aus der Partnergemeinde läuft mit. Der berühmte Trabi, ein Geschenk zum 100-jährigen Jubiläum der Kahnstädter, darf natürlich nicht fehlen.

Der Zug führt zum Sportplatz an der Ehrentribüne vorbei, wo alle Gruppen vorgestellt werden, bevor sie die wenigen Schritte auf das große Spielfeld gehen. Rund um den Platz drängen sich die Anwohnerinnen und Anwohner – alle versuchen, den bestmöglichen Platz zu ergattern, um den beeindruckenden Einmarsch der vielen Hundert Musizierenden zu erleben und fotografisch festzuhalten. Erst als alle Musikerinnen und Musiker vor der kleinen Bühne neben dem Festzelt stehen, geht es mit dem offiziellen Programm und den Grußworten weiter.

Sie halten sich alle kurz und Markus Grübel, Präsident des Blasmusikverband Esslingen, übergibt das Wort nach seiner Ansprache an Verbandsdirigentin Sonja Schleich. Sie hat ihren Taktstock schon in der Hand und versucht die Aufmerksamkeit aller Musikerinnen und Musiker zu bekommen und bittet um Ruhe. Dicht gedrängt stehen sie da, die Blech- und Holzbläser und die Trommler und warten auf ihren Einsatz.
Der ganze Ort ist unterwegs
Ganz Owen scheint an diesem Tag auf den Beinen zu sein und drängt sich danach in das Festzelt. So viel Andrang hätte sich Bürgermeisterin Verena Grötzinger auch für den Samstagabend gewünscht. Bei der Veranstaltung mit „Den Grafenbergern“ war das Zelt vergleichsweise leer. Aber die, die da waren, tanzten und sangen auf den Bänken zu Schlager, Rock und Pop. Auch die Auftaktveranstaltung mit Dodokay und seinem schwäbischen Programm „I bin’s selber“ in der Teckhalle fand großen Andrang. Das Publikum war begeistert und hatte erwartungsgemäß viel zu lachen.
































