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Handyschulung für Senioren in der Lenninger Werkrealschule: Win-win für Alt und Jung

Schülerinnen und Schüler der Schülerfirma „Helfende Hände“ an der Karl-Erhard-Scheufelen-Werkrealschule geben Tipps und Tricks an die ältere Generation weiter. 

Wenn Senioren von den Jungen lernen: Handyschulung an der Lenninger Werkrealschule. Foto: Iris Häfner

Am Ende sind sich alle einig: Diese Veranstaltung schreit geradezu nach einer Fortsetzung. Zum einen wollen die Teilnehmenden weiteres Insiderwissen von den Werk­realschülern oder eine Auffrischung vom eben Gelernten, zum anderen sind sich alle Beteiligten sicher, dass es weitere Senioren gibt, die den Umgang mit ihrem Handy besser handhaben wollen. „Eine super Sache, das war ganz, ganz toll“, lautete das einhellige Urteil. 

Doch der Reihe nach. Natalie Pfau-Weller hatte die Idee, die Schülerfirma „Helfende Hände“ der Karl-Erhard-Scheufelen Grund- und Werkrealschule zu buchen, die sie bei einem Besuch kennengelernt hat – und zwar ganz speziell für eine Handyschulung für Seniorinnen und Senioren. Für einen Stundenlohn von acht Euro bieten die Jugendlichen Dienstleistungen an, sei es Gassi gehen, Hof kehren oder andere Arbeiten rund ums Haus. Jetzt also ein Profijob für die Schüler, denn wo kennen sie sich top aus, wenn nicht am Handy?

Man muss schon ein bissle modern sein, sonst kommt man ja gar nicht mehr mit.

Eine 86-jährige Teilnehmerin der Handyschulung

Die Teilnahme war kostenlos, das Interesse an den zwei jeweils zweistündigen Schulungen auf beiden Seiten groß. Schon der Empfang der jungen Leute am Eingang des Schulgebäudes war herzlich, etwas aufgeregt begrüßten sie ihre ergrauten Schützlinge. Nach einer kurzen Einführung durch den begleitenden Lehrer Martin Siwek und Rektorin Theresa-Maria Breier sowie der Platzverteilung ging es auch schon mit der Eins-zu-eins-Betreuung los. Innerhalb kürzester Zeit rauchten die Köpfe bei den Älteren, während die Jungen immer sicherer wurden. Individuell gingen sie auf die Wünsche ihrer Klienten ein. Eine Dame hatte schon die Flora-App – nun sollte auch noch die Vogel-App aufs Handy. Eine andere kann jetzt die Rezepte von der Sendung „Kaffee oder Tee“ herunterladen, ein Herr Sprachnachrichten schreiben lassen. „Dann mach’ ich da einen Zwischenspeicher“, war plötzlich ein freudiger Zwischenruf zu hören, während es am Tisch daneben um Fahrpläne und Fahrkartenbuchungen ging.

„Man muss schon ein bissle modern sein, sonst kommt man ja gar nicht mehr mit“, sagte eine 86-Jährige aus Unterlenningen. Auch aus Ochsenwang und Köngen kamen die lernwilligen Senioren. Am Ende las eine Teilnehmerin voller Stolz den von ChatGPT erstellten Text über die soeben zu Ende gehende Veranstaltung vor, die durch ihre entspannte und fröhliche Stimmung alle bestach.