Das Projekt habe schon ein „paar Jahre auf dem Buckel“, erklärte Manfred Mezger vom Planungsbüro mquadrat dem Weilheimer Gemeinderat. Die „alten Hasen“ im Gremium erinnern sich: Der Aufstellungsbeschluss für das Bauprojekt auf dem Grundstück zwischen Kirchheimer, Olga- und Holzmadener Straße ist im Oktober 2021 gefasst worden. Aus drei Investoren sind mit der Zeit zwei geworden, der Name des Baugebiets hat sich nun auf Kirchheimer Straße Nord geändert, aber die Idee einer verdichteten Wohnbebauung ist gleich geblieben.
Darum geht’s: Pro Investor sind vier Blöcke mit insgesamt 194 Wohneinheiten geplant. Die Gebäude haben drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss, das 75 Prozent der „normalen“ Höhe haben darf. Je nach Aufteilung könnten dort künftig bis zu 300 Menschen leben. Dafür sind auch zwei Tiefgaragen geplant, die über die Kirchheimer Straße angefahren werden können. Das kann sich aber noch je nach Zahl der Wohnungen ändern. Die Stadt hat den Investoren zudem noch die Zusage abgerungen, 25 Stellplätze an der Kirchheimer Straße zu schaffen, in denen die Autos „senkrecht“, also im rechten Winkel zur Straße parken können.
Um das vertraglich abzusichern, will die Verwaltung vor der nun anstehenden öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans mit den beiden Investoren städtebauliche Verträge abschließen. Dabei geht es nicht nur um öffentliche Parkplätze, sondern auch um die Übernahme der Planungskosten seitens der Investoren sowie einen Infrastrukturkostenbeitrag in Höhe von 320.000 Euro, den sie an die Stadt zahlen. „Wir haben ja auch Geld in Kitas investiert, die von den künftigen Bewohnern in Anspruch genommen werden“, erklärt Bürgermeister Johannes Züfle. Außerdem solle es einen Anteil von 15 Prozent an geförderten Wohnungen geben, deren Mieten für 25 Jahre 33 Prozent unter dem Mietdurchschnitt liegen.
Das Planungsbüro mquadrat konnte auch die Ergebnisse diverser Stellungnahmen berichten, die dem Projekt grundsätzlich nicht entgegenstehen. Da es sich um die Schließung einer Baulücke handelt, gebe es auch nicht so viele Auflagen wie bei einem Neubaugebiet, sagt Manfred Mezger. Dennoch gibt es Lärmgutachten wegen des künftigen Verkehrsaufkommens und Gutachten wegen etwaiger Nistplätze.
Skepsis wegen Verkehr
Anwohner der Straße befanden sich auch unter den Zuhörenden im Besucherbereich und äußerten sich in der Bürgerfragestunde skeptisch über die Pläne, vor allem was die Parkmöglichkeiten betrifft. Nach derzeitigem Stand sind 217 Stellplätze in den Tiefgaragen geplant. Das könne sich aber mit der Größe der Wohneinheiten noch ändern, merkte Bürgermeister Johannes Züfle an. Die Hauptsorge der Anwohnerinnen und Anwohner ist, dass sich durch den Zuzug die Parksituation in der Straße verschärfen könnte. Denn „Besucherparkplätze“ im öffentlichen Bereich würden nur allzu häufig von Anwohnern genutzt, das zeige die aktuelle Situation.
Ein anderer Anwohner spricht die Nachteile für Bus- und Radverkehr bei „Senkrechtparken“ an und fordert eine Tempo-30-Zone. Die politisch gewünschte Nachverdichtung bringt Veränderungen und Beeinträchtigungen, das betonen sowohl Bürgermeister als auch Planer. Allerdings steht das Zeitfenster noch recht weit offen: Je nachdem, wie lang das Verfahren dauert, haben die Investoren Zeit bis Mitte 2031, um die Häuser bezugsfertig zu haben.
Der Gemeinderat hat schon mal für den nächsten Schritt gesorgt und einstimmig für die öffentliche Auslegung der Pläne sowie den Abschluss der städtebaulichen Verträge gestimmt.

