Esslingen. Die Hitzewelle Ende Juni hat die Besucherzahlen in der Esslinger Innenstadt deutlich sinken lassen. Das zeigen Auswertungen der Frequenzmessungen der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen. An vier von fünf Messstandorten wurden zwischen dem 18. und 28. Juni deutlich weniger Passanten gezählt als in den angrenzenden Vergleichszeiträumen. Besonders stark fiel der Rückgang an den für den Handel wichtigen Samstagen aus. An einzelnen Messpunkten lagen die Frequenzen um mehr als 50 Prozent unter den Werten vergleichbarer Wochenenden ohne Veranstaltungen. Laut IHK decken sich die Ergebnisse mit den Rückmeldungen zahlreicher Händler, die während der Hitzewelle von einer deutlich geringeren Kundenfrequenz in den Innenstädten berichteten.
Mehr Schatten, Grün und Wasser
Ein einheitliches Bild zeigte sich jedoch nicht überall. In Wendlingen und Plochingen fielen die Auswirkungen der hohen Temperaturen je nach Messstandort unterschiedlich aus. Das deutet nach Einschätzung der IHK darauf hin, dass neben der Hitze auch die Aufenthaltsqualität, die Lage einzelner Bereiche und begleitende Veranstaltungen das Besucherverhalten beeinflussen. Die Ergebnisse unterstreichen aus Sicht der IHK die Notwendigkeit, Innenstädte stärker an zunehmende Hitzeperioden anzupassen. Mehr Schatten, zusätzliche Begrünung, Wasserangebote und attraktive Aufenthaltsbereiche könnten dazu beitragen, Innenstädte auch an heißen Tagen als Einkaufs- und Aufenthaltsorte attraktiv zu halten.
Ideen gegen leere Innenstädte
Gleichzeitig zeigen die Frequenzmessungen in der Region Stuttgart, dass Veranstaltungen und besondere Erlebnisse wichtige Besuchermagneten bleiben. Gastronomie, Veranstaltungen und eine hohe Aufenthaltsqualität gewinnen nach Einschätzung der IHK zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel ist die Esslinger Aktion „Mittsommer“, bei der verlängerte Öffnungszeiten, Musik und besondere Aktionen in den Abendstunden zusätzliche Besucher anlocken sollen. „Gerade solche kreativen und vergleichsweise kostengünstigen Formate zeigen, wie Handel, Stadt und weitere Innenstadtakteure gemeinsam die Attraktivität der Innenstädte stärken können“, betont IHK-Geschäftsführer Christoph Nold. Künftig werde es bei der Gestaltung öffentlicher Räume, der Planung von Veranstaltungen und gegebenenfalls auch bei den Öffnungszeiten noch stärker darauf ankommen, „die Folgen zunehmender Hitzeperioden mitzudenken“. tb
