Holzmaden. Dass der Landkreis Esslingen seit drei Jahren einen Klimaschutzverein hat, konnte erfahren, wer in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Holzmaden anwesend war. Aktuell sind 31 Gemeinden dabei, die über den Verein 20 Prozent an der Klimaschutzagentur des Landkreises halten. In ihrem Jahresbericht 2023 verweist die Agentur auf 43 Fachveranstaltungen für Kommunalverwaltungen, Privatpersonen und Unternehmen verweist und 5133 erreichte Privatpersonen durch Beratungen, Bildungsangebote und Vor-Ort-Veranstaltungen.
Für etwas weniger als 1400 Euro pro Jahr wäre auch Holzmaden dabei. Der Geschäftsführer Florian Hoffmann arbeitet ehrenamtlich, der Vorstand wird von den Bürgermeistern Steffen Weigel (Wendlingen) und Thomas Matrohs (Deizisau) gebildet. Ein Vorteil wäre die Beratung für die kommunale Wärmeplanung, mit der aktuell alle Gemeinden zu tun haben. Nach der Vorstellung durch Moritz Jaborek wollte Michael Thiehoff (Holzmadener Bürgerliste) vom Experten wissen, ob in den 1300 Euro auch die Beratung eingeschlossen ist. „Wir haben Projektmanager, die Potenzialanalysen machen“, erklärte Jaborek und seine Formel war eindeutig: „Expertise ja, aber keine Ingenieursdienstleistung“. So günstig ist Klimaschutz dann doch nicht zu haben, zumal der Verein dann in Konkurrenz zu Ingenieursbüros treten würde. Bei Jochen Wagner (Holzmadener Bürgerliste) ist der Nutzen oder Vorteil einer Mitgliedschaft dann auch „noch nicht angekommen“.
Bürgermeister Florian Schepp hilft mit einer Erklärung. „Wir haben keine Klimaschutz-Manager, den können wir uns nicht leisten“, sagt er. Einen eigenen Klimaschutzmanager hat zum Beispiel die Gemeinde Dettingen in Person von Michael Christ. Von ihm profitieren aber auch die Gemeinden Bissingen und Owen als Mitglieder des „Konvois in der kommunalen Wärmeplanung“. Um aber zu wissen, welche Fördermittel es gibt und welche Förderträger, und generell vorbereitet zu sein für weitere Klimaschutzmaßnahmen solle man sich auf den Weg machen und sich der Agentur anschließen. „Es gibt immer neue Aufgaben für die Gemeinden, aber keine Stellen“, fügt der Bürgermeister hinzu. Daher sei die Agentur eine gute Lösung. In der Sitzungsvorlage hatte er schon einen konkreten Nutzen angekündigt: „Aus den Haushaltsberatungen 2024 wurden der Verwaltung zumindest zwei klimarelevante Aufträge erteilt, hier könnte die Klimaschutzagentur die Gemeinde konkret unterstützen und beraten.“
Auch wenn nicht alle Ratsmitglieder überzeugt waren, wird der Beitritt zum 1. Mai 2025 beschlossen, bei zwei Gegenstimmen.

