Finanzen
Holzmaden muss an sein Erspartes ran

Für einen ausgeglichenen Haushalt reicht es 2025 in der Urweltgemeinde voraussichtlich nicht. Allerdings sorgen überraschend hohe Gewerbesteuer-Nachzahlungen für ein dickes Polster.

Blick auf das Rathaus der Urweltgemeinde: Auch wenn das Ergebnis negativ ausfallen wird, sind die Rücklagen noch hoch genug. Foto: Carsten Riedl

Holzmaden hat seinen Haushalt für 2025 verabschiedet, dabei hat man dieses Mal auf Haushaltsreden der Wählergemeinschaften verzichtet. Stattdessen waren die Anträge bereits im Vorfeld eingegangen und konnten direkt in der Ratssitzung zur Abstimmung gestellt werden. 

Die Idee der Bürgerliste (HBL) für eine Neubepflanzung diverser Blumenbeete an öffentlichen Plätzen wurde knapp abgelehnt (fünf zu fünf Stimmen), ebenso die Festanstellung einer Fachkraft für Gebäudereinigung (ebenfalls fünf zu fünf Stimmen). Eine Neubeschilderung für Museen und Sportplatz fand dagegen eine Mehrheit.

Ebenfalls deutliche Mehrheiten fanden sich für die Anträge der Freien Wählervereinigung (FWV)

 

Für 2025 ist keine Kreditaufnahme vorgesehen.

Tobias Kirchner, bei der Kämmerei Weilheim zuständig für Holzmaden

 

für eine neue Beleuchtung des Sitzungssaals sowie eine Wiederbelebung der Idee eines „Schieferlehrpfads“ in Form eines Arbeitskreises. 

 

Unerwarteter Geldsegen

Mit einem ordentlichen Ergebnis von voraussichtlich 2,1 Millionen schließt die Gemeinde Holzmaden das Haushaltsjahr 2024 ab – satte 1,8 Millionen Euro besser als ursprünglich geplant. Für den Geldsegen gibt es allerdings eine einfache Erklärung: „Der hohe Gewerbesteuerertrag des Jahres 2024 mit über 3,5 Millionen Euro hat sich im Wesentlichen aus unerwarteten Nachzahlungen für die Vorjahre und damit verbundenen Anpassungen der Vorauszahlungen ergeben“, erklärt Tobias Kirchner, der für Holzmaden zuständige Mitarbeiter der Kämmerei Weilheim.

Die Nachzahlungen haben weitere Auswirkungen: „Für das Jahr 2025 wird mit einem um Nachzahlungseffekte bereinigten Jahresgewerbesteueraufkommen von 1,7 Millionen Euro geplant“, heißt es dazu in Kirchners Bericht. Ebenfalls positiv: Nach dem Einbruch 2022 wird die Gewerbesteuer für die kommenden Jahre konstant bleiben und sogar leicht ansteigen.

So weit die guten Nachrichten. Für 2025 sieht das Bild nicht mehr ganz so positiv aus, denn der Haushaltsausgleich, den das doppische System den Verwaltungen vorschreibt, wird nicht ohne Entnahmen aus den Rücklagen möglich sein. Das ordentliche Ergebnis wird voraussichtlich bei −144.000 Euro liegen. Negativ wird es auch in den beiden folgenden Jahren ausgehen, daher kündigt Kirchner für 2025 und die Folgejahre Entnahmen aus den Rücklagen an. Erst 2028 soll es dann finanztechnisch wieder aufwärtsgehen – vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erholen sich.

Was die Gemeinde finanziell ebenfalls wegstecken muss: Der Hebesatz bei der Kreisumlage steigt im Vergleich zum Vorjahr mit 31,5 Prozent voraussichtlich auf 33,4 Prozent. Aufgrund der ebenfalls gestiegenen Steuerkraftsumme wird mit einer höheren Kreisumlage in Höhe von knapp über einer Million Euro gerechnet, im Vorjahr lag sie noch bei rund 968.000 Euro.

Dennoch wird Holzmaden auch 2025 wieder investieren. Für das Jahr sind insgesamt Auszahlungen aus Investitionstätigkeit in Höhe von 1,7 Millionen Euro ge­plant. Ein Löwenanteil geht davon in Baumaßnahmen, insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro. Und da sticht der Umbau des Kindergartens Seestraße hervor, der im laufenden Jahr mit 470.000 Euro für Planungskosten und Abbruch zu Buche steht. Ein zweiter großer Posten ist der Erschließungsbeitrag für die Sanierung der Blumenstraße in Höhe von 483.500 Euro und der Ersatzneubau für die Seebachbrücke und die Brücke an der Rainstraße in Höhe von 300.000 Euro sowie die Neugestaltung des Spiel- und Freizeitbereichs hinter der Gemeindehalle, der aktuell mit 200.000 Euro veranschlagt wird. 

Die guten vergangenen Haushaltsjahre helfen der Gemeinde für 2025, die Investitionen aus eigenen Mitteln zu stemmen: Der geschätzte Finanzierungsbedarf in Höhe von 69.000 Euro kann aus den liquiden Mitteln gedeckt werden. „Für 2025 ist keine Kreditaufnahme vorgesehen“, betont Tobias Kirchner.

 

Wie viel Geld für Flutlicht?

Diskussionen löste danach nur noch ein Vorschlag von Rainer Stephan (HBL) aus, die Kosten für eine geplante Flutlichtanlage des TSV Holzmaden in Höhe von rund 120.000 Euro zu übernehmen. Andere Gemeinderäte waren nur zu einer geringeren Zahlung als Unterstützung bereit. Am Ende unterbrach Bürgermeister Florian Schepp die Diskussion. „Der Punkt steht nicht auf der Tagesordnung, wir reden über den Haushalt.“ Dort stehen 20.000 Euro als Zuschuss seitens der Gemeinde drin. Der lässt noch einiges offen. „Man kann daraus eine überplanmäßige Ausgabe machen“, sagt Schepp. Der Antrag von Rainer Stephan fand keine Mehrheit, ebenso wenig der Vorschlag von HBL-Kollege Jochen Wagner, 60.000 Euro zuzuschießen. 

Danach wurde dem Haushaltsplan bei einer Enthaltung zugestimmt.