Auch wenn Klimaschutz derzeit auf der bundespolitischen Agenda keinen prominenten Platz einnimmt, spielen erneuerbare Energien in Privathaushalten eine zunehmend größere Rolle. Steckersolargeräte, oder im Volksmund auch „Balkonkraftwerke“ genannt, werden immer beliebter. Nach Schätzungen des ADAC sind bundesweit mittlerweile mehr als 780.000 ans Netz gegangen. Was sie so attraktiv macht: relativ geringe Anschaffungskosten von unter 1000 Euro und eine Amortisierung innerhalb von drei bis vier
„Im Rahmen der Anstrengungen zum Klimaschutz erscheint ein solches Förderprogramm sinnvoll.
Florian Schepp, Bürgermeister von Holzmaden
Jahren. Daher hat der Gemeinderat in Holzmaden schon im vergangenen Jahr angeregt, die Anschaffung der Solarmodule für maximal 800 Watt Energieerzeugung zu fördern.
Nun hat die Verwaltung einen konkreten Plan vorgelegt. Sie bietet eine Förderung von 40 Prozent pro Antragsteller für die Anschaffung des Balkonkraftwerks oder maximal 200 Euro. Förderfähig ist die Anschaffung des BKWs mit Modulen, Wechselrichter und Speicher, die Installation der Anlage sowie ihre Inbetriebnahme.
Eine Frist gibt es allerdings auch. „Das Balkonkraftwerk muss nach dem 1. Januar 2024 angeschafft worden sein“, betont Bürgermeister Florian Schepp. Zweite Voraussetzung ist: Es muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen sein. Sind die Voraussetzungen erfüllt, können sowohl Mieterinnen und Mieter als auch Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern den Antrag stellen.
Interessenten haben bis Ende 2025 Zeit
Das war zumindest ursprünglich so vorgesehen, da es für Hausbesitzer andere Fördermöglichkeiten gibt, etwa für Dachflächenanlagen. Aber: „Es gab einen Antrag aus dem Gemeinderat, dass auch Besitzer von Einfamilienhäusern und Wohngebäuden das Fördergeld bekommen können“, sagt Florian Schepp. Dem Antrag von Michael Thiehoff (HBL) wurde einstimmig zugestimmt, somit kommen also alle in den Genuss einer Förderung.
Die Interessenten haben bis Ende des laufenden Jahres Zeit, den Antrag zu stellen, vollständiges Ausfüllen vorausgesetzt. Gefördert wird maximal ein Balkonkraftwerk pro Antragsteller oder pro Wohnung oder Haus bis zu einer Nennleistung von 800 Watt. Zunächst mal gilt die Maßgabe: Solange der Vorrat reicht, denn: Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung.
„Im Rahmen der Anstrengungen zum Klimaschutz erscheint ein solches Förderprogramm sinnvoll und zielführend, auch wenn die Amortisationszeit für BKWs nur wenige Jahre beträgt und letztendlich auch ohne eine kommunale Förderung wirtschaftlich sinnvoll ist“, betont Florian Schepp. Je nach Leistung und Qualität liegen die Anschaffungskosten für ein BKW-Modul mit Zubehör zwischen 300 und 800 Euro. Bei den vorgesehenen Haushaltsmitteln in Höhe von 20.000 Euro ergeben sich rein rechnerisch rund 100 Anlagen in Holzmaden, die unter die Förderung fallen. Falls das Budget schon vor Jahresfrist aufgebraucht ist, wird der Gemeinderat informiert – und womöglich noch einmal nachgelegt.
Das Holzmadener Gremium stimmte der Vorlage der Verwaltung einstimmig zu. Jetzt sind die Anwohnerinnen und Anwohner am Zug. Die Anträge stehen ab sofort online auf holzmaden.de unter der Rubrik „Neuigkeiten“.

