Vor Freude leuchtende Augen sind im Ohmdener Bergwald dieser Tage keine Seltenheit. Egal ob Jung oder Alt, die Magie der kleinen Wichtelhäuser zieht Spaziergängerinnen und Spaziergänger in ihren Bann. Moosbewachsene Dächer, Minitreppen aus Holz und weiße Fußspuren säumen den Weg, der am Sportplatz des TSV Ohmden beginnt – ein Hinweisschild und das erste liebevoll gestaltete Häuschen sind nicht zu übersehen. Bei dem einen bleibt es lange nicht: Von Feuerwehrhaus bis Skilift ist im Bergwald alles zu finden.
Die Idee für den Weg hatten Lara Becker und Kathrin Geißelhart schon im vergangenen Jahr, als sie den Wichtelweg zum ersten Mal ins Leben riefen. Bei den zahlreichen Weihnachtsmärkten und Krippenwegen, die in der kalten Jahreszeit für einen stimmungsvollen Advent sorgen, dachten sie sich, dass Ohmden mit einem ähnlichen Angebot aufwarten sollte. Gesagt, getan: Die Mütter schalteten im Gemeindeblatt einen Aufruf – mit Erfolg. Über 30 Bastelbegeisterte haben sich gemeldet und schlussendlich tatsächlich ein Wichtelhäuschen beigesteuert.
Mit Rat und Tat unterstützt
Zunächst haben die beiden Frauen überlegt, die Wichtel entlang des Wiestalwegs einziehen zu lassen. Die Idee wurde aber schnell verworfen. „Wir haben uns für den Wald entschieden, weil es hier so schön mystisch ist“, sagt Lara Becker. Ein ganz großes Dankeschön gehe an das Forstamt Weilheim. Die Revierleiterin Julia Usenbenz sei den Frauen mit Rat und Tat zur Seite gestanden und habe die passenden Stellen ausgewiesen.
Bevor die Wichtel in den Bergwald ziehen konnten, ging es ans Zusammenzimmern der Unterkünfte. Die zahlreichen Helferinnen und Helfer haben sich nicht lumpen lassen und mit viel Liebe zum Detail die unterschiedlichsten Werke gestaltet. Unter den Bastlerinnen und Bastlern waren besonders viele Familien. „Ich habe mit meinen Kindern etwa eine Stunde gewerkelt“, sagt Ramona da Costa. Die einzigen Vorgaben, die es einzuhalten galt, waren: Sie sollten nicht größer als 40 auf 40 Zentimeter sein und aus Naturmaterialien bestehen.

Am 6. Dezember hieß es dann: aufbauen. „Wir haben allen Beteiligten eine Nummer zugeteilt und diese auf dem Weg gut sichtbar angebracht, sodass jeder wusste, wo er sein Häuschen aufbauen muss“, sagt Geißelhart. Neben den Wichtelherbergen gibt es auch drei Spielstationen, die von Kindern entdeckt werden können. An der ersten müssen drei Holzwichtel im Wald gesucht werden – gar nicht so leicht. Der Ohmdener Wichtelweg ist ein Erlebnis, das sich auch die Bürgermeisterin Barbara Born nicht entgehen ließ. Gleich zu Beginn habe sie den Weg erkundet. Über die Unterstützung und Wertschätzung der Bürgermeisterin freuen sich die Frauen besonders.
Mit dem Kleber im Wald
Nicht nur das Feedback der Bürgermeisterin sei positiv ausgefallen. Überall würden sie auf ihren Wichtelweg angesprochen werden. Egal ob beim Einkaufen oder über Instagram, alle würden sich über den Weg freuen und auch eine längere Anreise in Kauf nehmen. Von ungefähr komme der Erfolg aber nicht: Der Weg müsse regelmäßig gewartet werden. Mit Heißklebepistolen bewaffnet gehen die drei Ohmdenerinnen mindestens jeden zweiten Tag in den Bergwald und kleben lose Teile wieder an. Die Kinder würden einfach mit den Häuschen spielen wollen, da gehe auch mal was kaputt. Dafür reparieren die Kleinsten aber auch fleißig mit. Obwohl die Kinder der Frauen bestimmt schon fünf oder sechs Mal den Weg gegangen sind, sei die Begeisterung ungebrochen groß.

Bis zum 27. Dezember beherbergt der Ohmdener Bergwald noch die Wichtel, ehe die Häuser wieder verschwinden. Zum Abschied gibt es auf dem Sportgelände von 13.30 bis 16 Uhr Waffeln, Zuckerwatte, Punsch, Glühwein und Wurst. Wer den Weg erkunden möchte, sollte auf festes Schuhwerk achten.



