Finanzen
In Holzmaden gibt es nur kleine Wunschzettel für den Haushalt

Die Gruppierungen im Holzmadener Gemeinderat haben bei ihren Anträgen die Haushaltslage im Blick.

Die idyllisch gelegene Gemeinde muss derzeit die Ausgaben drosseln: Der Gemeinderat zieht mit. Archivfoto: Carsten Riedl
Die idyllisch gelegene Gemeinde muss derzeit die Ausgaben drosseln: Der Gemeinderat zieht mit. Archivfoto: Carsten Riedl

Die großen Haushaltsreden der Gruppierungen im Gemeinderat gehören in Holzmaden der Vergangenheit an. So ist das neue Zahlenwerk für 2026 in der Januarsitzung relativ schnell verabschiedet worden. Das liegt nicht zuletzt auch an der angespannten Haushaltslage, denn nach dem dicken Plus der Steuerjahre 2024 und 2025 fallen 2026 die Schlüsselzuweisungen für Holzmaden weg. In „Tateinheit“ mit gestiegenen Personalkosten rechnet die Gemeinde für 2026 mit einem Minus von rund 2,4 Millionen Euro. Nach den letzten Einarbeitungen stehen nun minus 2,36 Millionen Euro unter dem Strich. Die beiden Gruppierungen Holzmadener Bürgerliste (HBL) und Freie Wählervereinigung (FWV) hielten die „Wünsche“ in ihren Kurzvorträgen dann auch in einem überschaubaren Rahmen. 

Auf den Antrag, 2000 Euro für eine erweiterte Öffnungszeit des Häckselplatzes mit entsprechendem Personal einzuplanen, ging Bürgermeister Florian Schepp in der Sitzung direkt ein. Mit dem Verweis auf Alternativen etwa in Jesingen und das rollierende System der landkreiseigenen Häcksler-Teams, die je nach Jahr mal früher und mal später nach Holzmaden kommen, lehnte er eine Finanzierung ab. Zumal es sich auch in diesem Fall um eine „Freiwilligenleistung“ der Gemeinde handelt. Mika Carfora zog den Antrag für die FWV damit zurück. 

Dafür hat er für seine Gruppierung den Prüfauftrag an die Verwaltung aufrecht, ob für die Grundschule eine sichere Info-App für die Eltern eingerichtet werden könnte. Zurzeit behelfe man sich dort mit Whatsapp-Gruppen, so Mika Carfora. Das sei in Zeiten von Datenschutz und Co. nicht mehr angebracht. Der Bürgermeis­ter versprach, die Anregung zu besprechen, auch wenn er der Schule das nicht vorschreiben könne.

 

Neue Tafeln, neue Fotos

Dr. Markus Ocker wünschte sich für die Infotafeln der Gemeinde an der Bahnhofstraße eine neue Gestaltung im aktuellen Design und mit aktuellen Fotos. „Die dort zu sehenden Kinder haben mittlerweile selbst Kinder in dem Alter“, merkte Ocker an. Damit rannte er beim Schultes offene Türen ein: 3000 Euro könne man dafür einstellen, meinte der.

Auch für die von der HBL gewünschte Erhöhung der Vereinszuschüsse von 400 auf 500 und von 200 auf 250 Euro jährlich – abhängig von der Größe des Vereins – nahm die Verwaltung als Änderung in den Haushalt auf.

Der neue Haushalt ist anschließend einstimmig verabschiedet worden.