Zwischen der Notzinger Gemeindehalle und der Sporthalle haben die Bauarbeiten für eines der größten kommunalen Hochbau-Projekte der letzten Jahre begonnen. Auf dem Grundstück entsteht für rund 8,5 Millionen Euro das neue Feuerwehrhaus. Läuft alles nach Plan, sollen die Kameraden ihr neues Domizil im Frühjahr 2026 beziehen können. Bis dahin verrichten sie ihren wichtigen ehrenamtlichen Dienst weiterhin vom aktuellen Standort beim Rathaus aus. 1976 wurde das dortige Feuerwehrhaus gebaut. Das dieses nicht mehr den aktuellen Standards und Anforderungen entspricht, ist bereits seit dem ersten Feuerwehrbedarfsplan 2009 und dessen Fortschreibung 2015 bekannt. Die Mängelliste ist lang.
Zukunftsfähiger Neubau
Kommandant Benjamin Lay ist 1988 im Kindesalter bei der Notzinger Feuerwehr eingetreten. Damals sei seit dem Bau schon etwas aufgerüstet worden, es gab einen Jugendraum und einen zusätzlichen Stellplatz. Mittlerweile sei platzmäßig aber alles ausgereizt. Mit dem jetzt entstehenden Neubau schaffe man ein zukunftsfähiges Gebäude, so der Kommandant. „Aktuell haben wir zum Beispiel keinen Umkleidebereich. Wir ziehen uns in der Fahrzeughalle um. Eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung ist mangels Platz ebenso wenig möglich, Dusch- und Waschräume haben wir auch keine“, nannte Benjamin Lay beim Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus zentrale Mankos des Bestandsgebäudes. Gerade die Schwarz-Weiß-Trennung, also die Möglichkeit der separaten Lagerung der vom Einsatz verschmutzten oder mit gesundheitsschädlichen Stoffen kontaminierten Einsatzkleidung und der Privatkleidung, muss möglich sein. „Mit dem neuen Feuerwehrhaus werden die Sicherheits- und Hygienestandards sichergestellt“, so Lay.
Gemeinsam – Architekten, Planer, Gemeinde und Feuerwehr – habe man die umfassende Planung des als sogenanntes „Durchfahrtsmodell“ vorgesehenen Neubaus vorangetrieben. „Dabei standen uns die Feuerwehrleute mit ihrer Fachkompetenz immer mit Rat und Tat zur Seite“, erklärte Architekt Florian Schramm vom Büro H III S aus Stuttgart. Den neuen zentralen Standort hob Schramm als geeigneten „Ort der Begegnung und Gemeinschaft“ hervor.
In puncto Nachhaltigkeit wurde erst kürzlich die Umrüstung der Heizungsanlage der benachbarten Sporthalle von einer Ölheizung auf Holzpellets abgeschlossen. Jetzt wird die Nahwärmeleitung zum neu entstehenden Feuerwehrhaus, der Gemeindehalle und der Grundschule verlegt.
Nachhaltige Bauweise
Beim Gebäude selbst dominieren die nachhaltigen Materialien Holz und Beton. „Wir bauen zudem eine Zisterne, geplant ist eine große Retentionsfläche für Starkregenereignisse, und es wird eine große Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 67 KWp geben, von der ein erheblicher Anteil Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden wird“, ergänzte Florian Schramm. Als „ästhetisch und funktional anspruchsvoll“ bezeichnete Bürgermeister Sven Haumacher das aktuelle Bauprojekt, das zum Ort der Begegnung, des Trainings und der Einsatzbereitschaft werde. 230.000 Euro kämen an Fördergeldern seitens des Landkreises dazu: „Wir investieren nicht nur in ein Gebäude, sondern vor allem in die Menschen, die tagtäglich ihr Bestes geben, um uns zu schützen“, betonte Haumacher.

