Auf der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Nürtingen-Kirchheim in Weilheim zeigte Geschäftsführer Wolfgang Gross die breite Palette an Fortbildungen auf: Neben mehreren Abgasuntersuchungs-Schulungen, darunter auch speziell für Diesel, gehören Hochvoltschulungen für Elektrofahrzeuge, Airbag- und Klimaschulungen sowie Qualifizierungen für Krafträder längst zum Standard. Neue EU-Vorgaben bringen zusätzliche Veränderungen: Sachkundenachweise etwa für Klimaanlagen gelten künftig nur noch sieben Jahre und müssen danach erneuert werden.
Von 46 Prüflingen bestanden 45 ihre Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, zwölf davon mit der Note „gut“, darunter auch die einzige Frau im Teilnehmerfeld. Mit einer Durchfallquote von lediglich 2,2 Prozent liegt das Ergebnis deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
Krisen wirken sich aus
Obermeister Karl Boßler ging auf aktuelle Herausforderungen für die Branche ein. Internationale Krisen könnten sich durch steigende Preise, längere Lieferzeiten und Engpässe bei Ersatzteilen bemerkbar machen. Gleichzeitig bestätigten politische Entwicklungen den Kurs der Transformation: Elektromobilität, Digitalisierung und Hochvolt-Technik bleiben zentrale Themen. Das Kundenverhalten entwickle sich zweigleisig. Der Fachkräftemangel bleibe eine der größten Herausforderungen. Um gegenzusteuern, unterstützt die Innung ihre Mitgliedsbetriebe aktiv bei der Nachwuchswerbung, etwa mit kostenfreien, individuell gestalteten Messeständen für Ausbildungsmessen.
Mit Sorge blickt die Branche auf die Altfahrzeugverordnung, die weitreichende Änderungen mit sich bringen könnte. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe will sich im Gesetzgebungsprozess dafür einsetzen, zusätzliche Bürokratie zu vermeiden und eine einseitige Kostenbelastung der Betriebe zu verhindern.
Wie breit das Leistungsspektrum der Dekra ist, stellte Vertriebsmitarbeiter Björn Schwenk vor. Das Angebot reicht von Prüfungen und Arbeitsschutz über Fragen der Betriebssicherheit bis hin zu Cybersicherheit bei Elektrofahrzeugen und Forschung im Bereich autonomes Fahren.
Auch wirtschaftlich steht die Innung solide da: Einnahmen und Ausgaben sind ausgeglichen, die Beiträge bleiben stabil. Interessierte Betriebe können die Angebote ein Jahr lang im Rahmen einer beitragsfreien Schnuppermitgliedschaft testen. Und auch nach dem Berufsleben bleibt die Innung ein Treffpunkt – etwa beim regelmäßigen Rentnertreff, an dem sogar Mitglieder im Alter von über 90 Jahren teilnehmen. pm
