Bildungsreise
KJR Esslingen auf Jugendbildungsfahrt in Polen

Fünf Tage lang standen historische Bildung, politischer Austausch und Begegnungen im Mittelpunkt.

Die Jugendgruppe des KJR Esslingen beschäftigte sich in Polen mit Geschichte, Politik und deutsch-polnischen Kontakten. Foto: pr
Die Jugendgruppe des KJR Esslingen beschäftigte sich in Polen mit Geschichte, Politik und deutsch-polnischen Kontakten. Foto: pr

Geschichte an den Orten erleben, an denen sie stattgefunden hat, aktuelle politische Fragen diskutieren und neue Kontakte über Ländergrenzen hinweg knüpfen: Vom 9. bis 13. September führte der Kreisjugendring (KJR) Esslingen eine internationale Jugendbildungsfahrt nach Polen durch. Vertreterinnen und Vertreter aus Jugendverbänden, Vereinen und Jugendinitiativen reisten nach Pruszków und Warschau.

Im Mittelpunkt der fünftägigen Fahrt standen Erinnerungskultur, politische Bildung und der Austausch mit jungen Menschen und politischen Verantwortlichen. Zugleich ging es darum, bestehende Verbindungen zu vertiefen und neue Kontakte für zukünftige deutsch-polnische Jugendbegegnungen zu knüpfen. Ein Schwerpunkt lag auf der deutsch-polnischen und jüdischen Geschichte.

In Pruszków besuchte die Gruppe den jüdischen Friedhof. Für den KJR ist dieser Ort eng mit der eigenen internationalen Jugendarbeit verbunden: Bereits in den 2000er-Jahren hatten Jugendliche des KJR gemeinsam mit Esslinger Berufsschulen am Wiederaufbau des Friedhofs mitgewirkt. Anschließend ging es zum Museum Dulag 121. Das ehemalige deutsche Durchgangslager erinnert an die Deportation der Warschauer Bevölkerung nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands 1944. Zum Gedenken an die Opfer legten die Teilnehmenden Blumen an einem Denkmal nieder und hielten eine Schweigeminute ab.

Auch in Warschau setzte sich die Gruppe bei einer Stadtführung mit der jüdischen Geschichte auseinander. Besucht wurden unter anderem eine Synagoge, die die Zeit der nationalsozialistischen Besatzung überstand, der ehemalige Umschlagplatz und verschiedene Mahnmale.

Auch der persönliche Austausch spielte eine zentrale Rolle. In einer Schule in Pruszków traf die Gruppe Schülerinnen, Studierende, junge Führungskräfte und Vertreterinnen von Jugendorganisationen politischer Parteien. Bei einem Escape Room zur polnischen Geschichte lernten sich die deutschen und polnischen Teilnehmenden kennen. Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises Pruszków stellten ihren Landkreis vor. Bei einem gemeinsamen Abendessen wurden die Gespräche fortgesetzt und Gastgeschenke ausgetauscht.

In Warschau besuchte die Gruppe außerdem den Sejm, das polnische Parlament, und sprach mit der Abgeordneten Kinga Gajewska über politische und gesellschaftliche Fragen in Deutschland und Polen, internationale Konflikte und Themen, die junge Menschen beschäftigen. Bei einem Treffen mit der Jugendorganisation „Młoda Lewica“ wurde der politische Austausch fortgesetzt.

Unterstützt wurde die Fahrt vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW) sowie mit Mitteln der Landkreise Esslingen und Pruszków. Die geknüpften und vertieften Kontakte sollen Grundlage für weitere deutsch-polnische Jugendbegegnungen sein.