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Kochen: Die Spice Brothers mischen Gewürze

Ein Brüderpaar aus Echterdingen und Bernhausen hat unter dem Namen Spice Brothers zwei Gewürz­mischungen auf den Markt gebracht, die nahezu alle Gerichte veredeln sollen.

Luis (links) und Lewin Hoffmann, ein Brüderpaar aus Bernhausen und Echterdingen, hat unter dem Namen Spice Brothers zwei All-in-One-Gewürzmischungen auf den Markt gebracht, die nahezu alle Gerichte veredeln sollen. Foto: Caroline Holowiecki

Es rumpelt und klirrt gefährlich, als Lewin Hoffmann in die hinterste Ecke seines Küchenschrankes greift. Er holt eine edle schwarze Box hervor, in der 24 Gläschen stecken; allesamt Gewürzmischungen mit wohlklingenden Namen wie „Bayerische Kräuterbutter“, „Steinofen-Pizza“ oder „Bolognese“.

Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.

Lewin Hoffmann

Alle Behältnisse wirken gänzlich unangetastet. „Es bleibt im Schrank – leider“, sagt er. So wie Lewin Hoffmann geht es vielen Menschen. Sie legen sich die unterschiedlichsten Gewürzmischungen zum Kochen zu oder bekommen sie geschenkt, doch benutzen sie dann nur selten. Oder gar nicht. „Dann hat man 87 Gewürze im Schrank, die ablaufen“, sagt Luis Hoffmann.

Die Brüder wollen das ändern – und haben unter dem Namen Spice Brothers ihre eigenen Mixturen herausgebracht, die nahezu alle Gerichte veredeln sollen. Entstanden sind zwei All-in-One-Gewürzsalze, die sich laut der Erfinder als Würzbasis für Fleisch, Fisch, Salate, Suppen, Dips und Soßen eignen sollen. „Sie sind nicht so dominant und daher für jeden geeignet“, sagt Luis Hoffmann (28). Er und sein Bruder versprechen, dass keine Geschmacksverstärker enthalten sind, lediglich Salz, Zucker und, je nach Sorte, Gewürze und Kräuter wie Kurkuma, Liebstöckel, Sellerie, Knoblauch oder Paprika. „Ich habe auch schon Wurst damit gemacht“, sagt Luis Hoffmann.

Beide kochen gerne

Entworfen haben die jungen Männer aus Echterdingen und Bernhausen die Produkte in erster Linie für sich selbst. Lewin Hoffmann studiert Theologie, Luis Hoffmann arbeitet als Fleischer, und beide sagen, dass sie gern kochen und sich schon in jungen Jahren mit Lebensmitteln und Ernährung beschäftigt haben. „Ich habe auch während Corona mit dem Brotbacken angefangen“, sagt Lewin Hoffmann (25). Er lacht auf. „Irgendwann habe ich gemerkt: Hey, ich koche nur noch mit deiner Mischung“, sagt er und schaut seinen älteren Bruder an. Das Chaos aus Döschen, Tütchen und Mühlen mit Gewürzen für Gyros, Bratkartoffeln, Avocadodips und Rührei im Küchenschrank lichtete sich – und geboren war der Gedanke, das Ganze zu einem kleinen Business zu machen.

Seit Oktober 2024 sind die zwei Produkte auf dem Markt. Die erste Charge, die die Spice Brothers bei einem Unternehmen in München haben mischen und abfüllen lassen, zählt 1750 Dosen. Erhältlich sind sie im Geschäft „Einfach Schönes“ in Echterdingen, das die Mutter der beiden Tüftler betreibt, und in der Metzgerei Thumm in Bonlanden, in der Luis Hoffmann beschäftigt ist. Außerdem sind sie über den Onlineshop der Geschwister erhältlich.

„Die Rückmeldungen sind durchweg positiv“, sagt Lewin Hoffmann. Auf Youtube und über andere Social-Media-Plattformen zeigen die zwei, wie sich die Kreationen anwenden lassen. Das sei zwar viel Arbeit, aber auch einfach ein cooles Brüderprojekt. „Wir können das mit Freude teilen und haben keinen Druck dahinter“, sagt Luis Hoffmann. Und neue Ideen hat das Duo auch schon. Etwas Scharfes könnte nach dem Geschmack der Spice Brothers noch auf den Markt kommen, außerdem ein All-in-One-Gewürzzucker für Süßspeisen. Eines jedoch möchten die Hoffmanns sicher nicht, wie sie lachend betonen: in einigen Jahren selbst 87 Gewürze haben, die dann wieder Küchenschränke verstopfen.