Kommunalpolitik
Kuriosum im Lenninger Gemeinderat

Ab sofort fehlt dem Gremium eine Gemeinderätin. Ein Grund ist auch die unechte Teilortswahl.

Das Rathaus in Oberlenningen, die Sitzungen des Gemeinderats finden jedoch im Feuerwehrhaus in Unterlenningen statt. Foto: Carst
Das Rathaus in Oberlenningen, die Sitzungen des Gemeinderats finden jedoch im Feuerwehrhaus in Unterlenningen statt. Foto: Carsten Riedl

Carolin Hohler ist nicht mehr Mitglied des Lenninger Gemeinderats. Im neuen Jahr hat sie die Leitung des Kindergartens in Gutenberg übernommen – und ist damit eine Angestellte der Gemeinde Lenningen. Dies stellt einen Hinderungsgrund für die Tätigkeit im Gemeinderat dar. „Dies kommt immer wieder mal vor“, teilt Jana Reichle, Leiterin des Haupt- und Ordnungsamts, auf Nachfrage mit.

Hinsichtlich des frei werdenden Sitzes kommen zwei Dinge zusammen.

Jana Reichle, Leiterin des Haupt- und Ordnungsamts

Der Gemeinderat hat diesen Hinderungsgrund formal festzustellen, woraufhin sie kraft Gesetzes aus dem Gemeinderat ausscheidet. Nachdem der Wahlvorschlag der Bürgerlichen Wählervereinigung Lenningen zur Kommunalwahl vom Juni 2024 für den Wohnbezirk „Schlattstall“ nur eine Kandidatin in Person von Carolin Hohler enthielt, steht keine Ersatzperson zur Verfügung. Der Sitz bleibt folglich seit dem 1. Januar bis auf Weiteres unbesetzt und der Gemeinderat umfasst künftig noch 18 ehrenamtliche Mitglieder und den Vorsitzenden, Bürgermeister Michael Schlecht. Sollte der Hinderungsgrund während der laufenden Amtsperiode wieder entfallen, könnte Carolin Hohler wieder in den Gemeinderat eintreten. Der Gemeinderat stellte den Hinderungsgrund einstimmig fest und nahm Kenntnis von den rechtlichen Rahmenbedingungen.

Carolin Hohler ist aus dem Lenninger Gemeinderat ausgeschieden.
Carolin Hohler ist aus dem Lenninger Gemeinderat ausgeschieden.

„Hinsichtlich des frei werdenden Sitzes kommen zwei Dinge zusammen: Zum einen das System der unechten Teilortswahl und zum anderen die immer größer werdende Schwierigkeit der Wählervereinigungen, Personen zu finden, die sich bei den Kommunalwahlen zur Wahl stellen und die Gemeinderatstätigkeit ausüben wollen“, so Jana Reichle. Damit gibt es keinen Nachrücker oder Nachrückerin.