Unsere beiden Töchter und wir Eltern stehen am Kirchheimer Hauptbahnhof und warten auf den Rad- und Wanderbus der Linie 176. Als Notzinger sind wir zunächst ebenerdig nach Wernau geradelt und von dort mit der S-Bahn nach Kirchheim gefahren. Als unser Bus kommt, hilft uns der Busfahrer beim Aufladen der Räder auf den Anhänger. Auf landschaftlich reizvoller Strecke geht es nun auf die Alb bis zum Naturschutzzentrum Schopfloch.
Von hier radeln wir zunächst nach Krebsstein und machen den ersten Halt am Wasserfels. Die Aussicht von hier oben auf Gutenberg ist herrlich. Weiter geht es über das Plateau der Schwäbischen Alb, doch schon nach wenigen Kilometern sind wir an der Oberlenninger Steige angekommen, von wo aus es hinunter ins Tal geht. Hier steigen wir ab und ermahnen unsere Töchter, vorsichtig zu sein. Die Eltern fahren stets auf der Talseite, die Kinder jeweils neben einem Elternteil her. Nicht überholen, beide Hände an den Lenker und keine Faxen.

Konzentriert treten wir wieder in die Pedale. Lange müssen wir nicht treten, denn nach wenigen Metern rollt es von selbst. Direkt nach der ersten Serpentine werden die Seiten gewechselt, wir Eltern fahren vor den Kindern zur neuen Talseite hinüber. Die Steige hat keine Leitplanke, direkt neben der Fahrbahn geht es den steilen Abhang hinunter. Wir werden entspannter, doch bald verzieht die Kleine unglücklich die Mundwinkel. „Ich kann nicht mehr“, klagt sie. Wie kann das sein, wir lassen es doch nur rollen? „Meine Hände tun weh“, setzt sie erklärend hinzu. Ach so, es sind eben noch sehr kleine Händchen, die die Bremsgriffe umfassen. Wir machen eine Pause und trinken etwas, nach ein paar Minuten geht es weiter. Der Talboden kommt jetzt rasch näher, und schließlich haben wir es geschafft. Wir verlassen den Wald und sind in Oberlenningen angelangt.
Der Rest der Strecke ist ein Kinderspiel. Wir bestaunen den Gelben Fels und die Burg Teck zu unserer Rechten, die sich hoch über dem Lenninger Tal erheben. Allmählich weichen die bewaldeten Traufhänge zurück, das Tal wird breiter, und schließlich lassen wir die Alb hinter uns zurück.

Der gut ausgeschilderte Radweg im Lenninger Tal ist sehr beliebt. Obwohl wir flott vorankommen, werden wir ständig überholt, und fast ununterbrochen kommt zweirädriger Gegenverkehr.
Viel zu schnell sind wir wieder in Kirchheim. Die Tour ist unbedingt wiederholungsbedürftig. Später empfiehlt uns eine Freundin, den Heimweg über den Filsursprung auszudehnen, um nicht so schnell wieder daheim zu sein. Vielleicht nehmen wir aber auch den Fahrradbus nach Laichingen? Es gibt so viele Möglichkeiten!
Infos zu den Fahrplänen aller Rad- und Wanderbusse gibt es unter www.vvs.de

