Veranstaltung
„Mit Yoga ist man nie fertig“

Rund 70 Interessierte kamen zum TSV Jesingen, um mitten in der Natur „Yoga und Meditation“ zu erleben, Spaß und Musik inklusive.

Die Yoga-Übung „Flieger“ macht Spaß – und geht in die Oberschenkel. Foto: Sabine Ackermann

Ob der herabschauende Hund, die Kobra, der Krieger und Sonnengruß auch dabei waren? Vielleicht. Denn Zeit und Platz für Yoga- und Meditationsübungen, für Achtsamkeit und bewusstes Innehalten, war in der Sportanlage Lehenäcker zur Genüge vorhanden – auch das Wetter spielte mit. „Toll, dass ihr da seid, ohne euch wäre das für Caro und mich ein bisschen langweilig“, begrüßt Yogalehrerin Verena Armbruster die etwa 70 Anwesenden, die sich später auf den Aktionsflächen Shiva und Buddha, der Freilufthalle sowie der Chill-out-Area verteilen.

„Wir gehen vier Schritte, halten an, atmen ein und ändern die Richtung, bleiben stehen und lächeln die Person, die am nächsten steht, an“, instruiert Achtsamkeitslehrerin Carola Bernauer die Teilnehmenden und sorgt damit für ein entspanntes Kennenlernen. Vier Schritte nach links oder rechts, fragt man sein Gegenüber: „Wo kommst du her“? Plötzliches Stimmengewirr dämmt die Achtsamkeitslehrerin geschickt ein. „Atmet, und nehmt euren Atem an der Nasenspitze wahr, ob ihr ihn fühlen könnt. Mit einem positiven Gefühl entlassen wir euch, sucht euch die Yogastunde, die zu euch passt.“

„Spaß und Vertrauen im Vordergrund stehen“

Ob die klassische Grundform „Hatha“, eine Kombination aus Körperhaltungen und Atemübungen, den sanften „Vinyasa-Flow“, der mit fließenden Bewegungen tiefe Entspannung verbindet, oder „Acro-Yoga“, keinesfalls aggressiv, sondern vielmehr eine kombinierte Akrobatik mit Partnerübungen, bei dem laut Katrin „Spaß und Vertrauen im Vordergrund stehen“. Und die überaus motivierende Yogalehrerin, mit dem Leitspruch „Ihr kriegt das hin“, hat recht, denn beim „Flieger“ und „Schulterstand“ wird stetig gelacht. „Man spürt das in den Oberschenkeln, macht aber voll Spaß“, sagt Sarah, und Annika warnt vor: „Ich kann keinen Handstand, eigentlich gar nichts.“ Doch am Ende der Übung stellt sie fest: „Das Dagegenhalten war für mich am anstrengendsten.“ 

Nadine, selbst Yogalehrerin aus Kirchheim, verrät: „Der Flieger erinnert mich an meine Kindheit, mein Vater hat das mit mir immer auf dem Sofa gemacht.“ Noch nicht dauerhaft, vielmehr aufgrund seiner Einladung zum Tagesfestival, schaut Martin Kirschmann vorbei. Bekannt durch seine Pferdekutsche trägt er eine gewisse Grundentspannung in sich und wechselt binnen einer Stunde vom „gemütlichen Yoga zur sportlichen Variante“.

Mit Mantra-Gesang begeistern

Alles kann – nichts muss. Während Yogalehrer Steffen auf dem Kunstrasen vorführt, wie man „Sitzbeine entspannt über die Fersen legt und die Unterarme nach vorne positioniert“, begeistern Felicia (Klangschalen) und Danny (Gitarre) mit ihrem besonderen Mantra-Gesang.

„Wir sind, was Yoga betrifft, schon seit der Jahrtausendwende dabei. Inzwischen bietet der TSV Jesingen 1899 sechs Abendkurse und einen Vormittagskurs – Hatha- und Vinyasa-Yoga – an“, verrät Frank Rödel, seit 2006 Abteilungsleiter Turnen und Leichtathletik. Die Idee, unterschiedliche Yoga-Stile mit Meditation und Klang in einem außergewöhnlichen Tagesfestival zwischen Lindach und Wiestal anzubieten, reifte in den Köpfen der Initiatorin Carola Bernauer und Verena Armbruster, die sich sicher ist: „Mit Yoga ist man nie fertig.“ Ausschlaggebend war nicht zuletzt das im Herbst 2024 stattgefundene „Achtsamkeitsfestival“ in der Gemeindehalle.

Wanderung zu den Wasserbüffeln

„Unsere Kurse sind mit allen Altersklassen gut besucht, es kommen auch immer mehr Männer“, können sich die beiden Übungsleiterinnen über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. „Es war schon eine Findungsphase, auch in Bezug auf das Rahmenprogramm“, verrät Frank Rödel und freut sich, dass die Wanderung mit dem NABU zu den Wasserbüffeln im Naturschutzgebiet Wiestal mit Rauber gut ankam. Weitere Unterstützer waren die Fußballer mit Getränken, die Skiabteilung mit Zelten sowie der Obst- und Gartenbauverein, der sich um die Bühne für das auf Nachfrage „leider nicht so gut besuchte“ Konzert kümmerte.

Eine Wiederholung des Yoga-Festivals sei auf jeden Fall geplant, so Frank Rödel, und er schiebt nach: „Wegen der Fußball-WM vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 müssen wir den Termin anders legen, entweder davor oder danach.“