Weilheim und Umgebung
Nachgefragt„Bauern haben den Schaden“

Ob Hundekot nun mit oder ohne Tüte auf Wiesen und an Wegrändern liegt – er sorgt für Ärger. Der Teckbote hat mit Dr. Gerhard Stehle, Leiter des Amts für Veterinär- und Lebensmittelüberwachung im Kreis Esslingen, über Probleme und Lösungen gesprochen.

Was ist aus Ihrer Sicht das größere Übel: Herumliegender Hundekot oder Plastiktüten samt Häufchen, die auf Wiesen und Äckern verstreut sind?

DR. GERHARD STEHLE: Beides ist nicht zulässig. Da kommt ein uraltes Problem zutage: der Konflikt zwischen der Felderbewirtschaftung und dem Bedürfnis von Hunden nach Auslauf. Abgesehen davon ist es unverständlich, warum jemand die Notdurft seines Hundes aufsammelt, dann aber nicht im Müll entsorgt.

 

Hundekot auf Wiesen in Gärten oder gar Spielplätzen ist ekelig und ärgerlich. Besonders beklagen sich aber die Landwirte. Stören denn Hundehaufen im Grünen wirklich so sehr?

STEHLE: Wenn mal ein einzelner Kothaufen am Wegrand liegt, ist das nicht so schlimm. Aber dort, wo viele Hunde spazieren laufen, ist die Menge der Hinterlassenschaften enorm. Schon wegen des Geruchs können Landwirte Gras und Heu von solchen Wiesenrändern nicht als Futtermittel einsetzen. Sie tragen also einen wirtschaftlichen Schaden davon.

 

Werden die Rinder auch krank davon?

STEHLE: Im Einzelfall kann es zu gesundheitlichen Schäden kommen. Eine Zeit lang gab es die Diskussion, ob bestimmte Parasiten wie zum Beispiel „Isospora caninum“ im Hundekot zu Fehlgeburten bei Rindern führen. Forschungen haben jedoch ergeben, dass überwiegend Hunde, die mit rohen Schlachtabfällen oder Nachgeburten gefüttert werden, solche Erreger ausscheiden. Das sind eher Hofhunde. Vergessen darf man aber auch nicht, dass auf den Feldern Lebensmittel produziert werden.

 

Was können denn die Städte und Gemeinden Ihrer Ansicht nach unternehmen, um das Problem zu beheben?

STEHLE: Die Kommunen tun ja schon viel. Hundehalter sollten froh sein, wenn die Gemeinden Spender und Behälter aufstellen. Ansonsten hilft nur, immer wieder an das Verständnis und das Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter zu appellieren.