Photovoltaik
Nein zu Solarparks entlang der B 27

Die Region muss Flächen für Photovoltaikanlagen festlegen. In Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt hat sie Areale entlang der Autobahn und der B27 ausgemacht. Das gefällt nicht jedem. 

Solarparks entlang der B 27? Die Kritik an den Plänen ist groß. Foto: Philipp Baitinger

Bund und Land wollen nun den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen. Dafür sollen Freiflächen-Photovoltaikanlagen leichter ermöglicht werden. Dem stand bisher der Regionalplan im Weg. Deshalb soll dieser durch den Verband Region Stuttgart (VRS) geändert werden. Die Regionalversammlung hat einen Entwurf zur
 

Wir haben die besten Böden der Welt. 

Andreas SchweizerGemeinderat in Filderstadt


Teilfortschreibung des Regionalplans beschlossen und das Beteiligungsverfahren eröffnet. Wie haben die Filderkommunen reagiert?

In Filderstadt hagelte es Kritik. In der Sitzung des Technischen Ausschusses platzte aus dem Stadtrat Andreas Schweizer (Freie Wähler) heraus, was die Mehrheit im Raum dachte: nein zu Solarparks entlang der B 27. „Wir haben die besten Böden der Welt“, setzte Andreas Schweizer nach, und auch Dieter Weinmann (CDU) fordert: „Wir müssen die Hand drauf haben.“ 

Um mögliche Gebiete für Flächen-Photovoltaik auszuweisen, wurde vornehmlich entlang von Fernstraßen gesucht, aber auch regionale Grünzüge sollen geöffnet werden. In Summe hat der VRS 88 potenzielle Gebiete in der gesamten Region rund um die Landeshauptstadt identifiziert, vier davon betreffen Filderstadt. Zwei weiträumige Bereiche entlang der B 27 auf Höhe von Bernhausen und Bonlanden: in Summe 134 Hektar auf Filderstädter Gemarkung. Eine weitere kleine Fläche, drei Hektar groß, liegt am nördlichen Rand von Sielmingen. Ein viertes Vorbehaltsgebiet umfasst die Freiflächen-PV-Anlage auf der ehemaligen Deponie Ramsklinge, vier Hektar groß.

Die Filderstädter Stellungnahme zu dieser Vorauswahl des VRS fällt alles andere als positiv aus. Die drei Hektar nördlich von Sielmingen lehnt die Stadtverwaltung ab, um sich dort keine Entwicklungsmöglichkeiten zu verbauen, und die großen Areale an der Bundesstraße wurden nun nach einem mehrheitlich angenommenen Antrag der CDU ebenfalls gestrichen. Zwar betonte Bernd Lahr, der Leiter des Amts für Stadtplanung und Stadtentwicklung: „Mit dieser Darstellung ist noch keine einzige Anlage realisiert.“ Ohne Eigentümer, Investoren, Stadtverwaltung und auch Gemeinderat gehe planungsrechtlich gar nichts.

Bei der Mehrheit der Stadträte war die Sorge vor Kontrollverlust zu groß. Ein Antrag der Grünen-Fraktion, die kleine von der Stadt aussortierte Fläche bei Sielmingen als Potenzialfläche zuzulassen, hatte keine Chance. So ist in der Stellungnahme an den VRS nur die Deponiefläche verblieben, außerdem der Hinweis, dass Filderstadt die Öffnung des regionalen Grünzugs für Freiflächen-PV grundsätzlich kritisch sieht. 

In Leinfelden-Echterdingen würden die privilegierten Flächen für Photovoltaikanlagen gemäß den aktuellen Plänen rund 50 Hektar südlich der A 8 ausmachen. Das bedeutet, dass die PV-Anlagen dort nicht mehr durch einen Bebauungsplan ermöglicht werden müssten, sondern direkt über das Baugesetzbuch genehmigt werden könnten. Die Stadtverwaltung hat ebenfalls nachgesehen, wo Freiflächen-Photovoltaik möglich wäre und 130 Hektar gefunden, auf denen die Anlagen gebaut werden könnten. Größere zusammenhängende Flächen wurden westlich von Stetten (32,5 Hektar) und südlich der Autobahn Richtung Fasanenhof (18,2) gefunden, ebenso auf Feldern südlich der Autobahn sowie östlich und westlich der B 27.

Nutzflächen seien kritisch

Die Stellungnahme von Leinfelden-Echterdingen hatte keine Einwände gegen die Pläne der Region beinhaltet. Kritisch wurde allerdings gesehen, dass die PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ermöglicht werden sollen. Neben der B 27 müsse ferner darauf geachtet werden, Flächen für die mögliche Verbreiterung der Straße nicht für PV-Anlagen zu nutzen.