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Nicht alles ist machbar: Weilheim muss beim Erhalt der Infrastruktur priorisieren

Die Stadt Weilheim muss nicht nur sparen, sondern auch in den Erhalt ihrer Gebäude und Infrastruktur investieren. Im Gemeinderat ist jetzt der Plan für die kommenden zehn Jahre vorgestellt worden.

Die Zähringer Brücke wurde vor 15 Jahren saniert. Archivfoto: Jean-Luc Jacques

Die Stadt Weilheim muss in den Erhalt ihrer Gebäude und Infrastruktur investieren. Im Gemeinderat hat Bauamtsleiter Jens Hofmann mit dem Modernisierungskonzept die Ausgaben für die kommenden zehn Jahre skizziert.

Im Hochbau sind die Aufwendungen für den Erhalt und die Modernisierung der 66 städtischen Bauten enorm. Allein das Lehrschwimmbad in der Limburghalle schlägt jährlich mit 100.000 Euro zu Buche. Dann kommen Modernisierungen oder Neubauten hinzu. Für ihre Kindergärten hat die Stadt Weilheim in den vergangenen drei Jahren laut Bürgermeister Johannes Züfle rund zehn Millionen Euro ausgegeben.

Beim Tiefbau sind mittlerweile mit dem Programm Vialytics alle Straßen und Kanäle erfasst. Dort stehen im kommenden Jahr die teilweise Sanierung der Keltenstraße, Bahnhofstraße Süd, Kirchheimer Straße, Bachstraße und Pflasterarbeiten im Stadtzentrum an. Die geschätzten Kosten für Straßenbau, Beleuchtung, die Verlegung von Breitbandkabeln, Wasserleitungen und Kanälen liegen für das kommende Jahr bei etwas mehr als 1,2 Millionen Euro.

Neu ist die gesonderte Erfassung der Brücken. „Die bereiten uns Kopfzerbrechen“, sagt Jens Hofmann. Wolle man alle Brücke auf einmal sanieren, ergänzt Bürgermeister Johannes Züfle, müsste man 9,5 Millionen Euro in die Hand nehmen. Die sind aber nicht vorhanden, daher werden nicht nur Prioritäten bei der Instandhaltung gesetzt, sondern auch bei nicht so stark frequentierten Brücken die zulässige Tonnage oder die Breite der Durchfahrt reduziert.

Fest eingeplant ist hingegen die Sanierung der Lindach-Brücke an der Alte Weilheimer Straße. Für Beläge, Abdichtungen und die Betonelemente werden im kommenden Jahr 437.000 Euro investiert. Knapp 100.000 Euro gehen für Prüfungen in den Haushalt, weitere 350.000 Euro für die Zähringer Brücke werden über die kommenden fünf Jahre „gestreckt“. Da von Sperrungen vor allem landwirtschaftliche Wege betroffen seien, mache sich unter den Landwirten Unruhe breit, wendet Friedrich Haberstroh (FWV) ein. Man sei grundsätzlich um pragmatische Lösungen bemüht, betont Bürgermeister Züfle. „Die hören aber dort auf, wenn ein Ingenieur sagt: Hier muss der Verkehr sofort reduziert werden.“

Die explodierenden Kosten in diesem Bereich seien keine „Causa Weilheim“, sondern ein bundesweites Problem. Und Jens Hofmann ruft einen Punkt noch einmal in Erinnerung: „Wir sind in der Verkehrssicherungspflicht für Brücken zuständig und haftbar.“