Die musikalische Reise von Oliver Bluth begann bereits mit 13 Jahren in Dettingen. Hier spielte er in einer namenlosen ersten Band. Für den gebürtigen Nürtinger gab es kein Halten mehr. Der entscheidende Moment kam 1998 in einer Stuttgarter Kneipe, als zwei Bekanntschaften ihn nach dem Film „Johnny Trouble“ aus den 50ern benannten. „Der Name blieb hängen und spiegelte perfekt die rebellische und melancholische Natur meiner Musik wider“, sagt der heute 43-Jährige.
Der Gitarrist, Sänger und Songschreiber lässt sich von großen Legenden wie Johnny Cash und Van Morrison inspirieren. Sein Sound ist eine Hommage an die 60er und 80er Jahre, angereichert mit einem modernen Independent-Touch. Sein Musikstil, den er selbst als „Outlaw-Country“ beschreibt, ist geprägt von düsteren Themen und melancholischen Melodien. „Fernab vom gängigen Pop-Country aus dem Radio“, betont Oliver „Johnny“ Bluth. Ein besonderes Highlight ist sein einziger deutschsprachiger Song „Bruno der Braunbär“, der die tragische Geschichte eines Bären aus Bayern erzählt, der erschossen wurde. „Die Geschichte von Bruno enthält eine kleine Gesellschaftskritik – nicht alles in der Natur muss kontrolliert werden.“
Wir sind alle Freunde. Und das spürt man auf der Bühne.
Oliver Bluth
Obwohl Johnny Trouble seit 1998 immer wieder neue Bandmitglieder hatte, fand die Gruppe 2019 ihre heutige feste Besetzung. Der aktuelle Schlagzeuger Timo Gschwendtner sprang früher bereits aushilfsweise ein, der neue Gitarrist Alex Weeth ist der Sohn seines ehemaligen Musiklehrers und Giorgio Semeraro am Kontrabass stammt aus Italien. „Wir sind alle Freunde, und das spürt man auf der Bühne“, betont Oliver Bluth.
Besonders in Erinnerung geblieben sind die energiegeladenen Clubshows in St. Petersburg und Moskau, wo die Fans jedes Wort mitsangen und die Atmosphäre elektrisierend war. „Die Leute sind ausgerastet, die Energie war brutal.“ Auch Auftritte in Mexiko, Afrika und auf großen Festivals wie dem „Summer Jamboree“ in Italien mit mehreren tausenden Zuschauern zählen zu den Höhepunkten seiner Karriere. „Es ist eine Ehre, wenn man aus Dettingen kommt und in Mexiko die Menschen deine Lieder mitsingen.“
Schritt in die Selbstständigkeit
Die besten Ideen für neue Songs kommen dem Outlaw-Country- Sänger beim Autofahren. Zu Hause bekommen sie dann den Feinschliff. „Der Text für eine Strophe kommt einfach so in wenigen Sekunden“, erzählt er. Seine Lieder handeln von alltäglichen Geschichten, in denen sich die Menschen wiederfinden können. Es geht darum, dem Alltag zu entkommen und seine Leidenschaft für die Musik zu teilen. „Ich teile meine Liebe zur Musik mit den Menschen.“
Johnny Trouble blickt voller Dankbarkeit auf seine bisherigen Erlebnisse zurück und lässt die Zukunft offen. Er freut sich auf kommende Projekte und Auftritte, bei denen er seine Musik weiterhin mit den Menschen teilen kann. „Ich bin dankbar für die Möglichkeiten und die Erlebnisse, die sich ergeben.“
Musik ist für den Künstler mehr als nur ein Beruf – sie ist eine Lebenseinstellung. Seit er 2001 den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit wagte, hat er nie an seinem Weg gezweifelt. Trotz Höhen und Tiefen blieb er seinem Stil immer treu und verfolgte den Traum des Musikers. Heute produziert er auch für andere Bands in seinem Tonstudio „Running Gun Recordings“ und erinnert sich gerne an die Anfänge, als er in seinem Kinderzimmer mit einem Kassettenrekorder erste Aufnahmen machte. „Ohne Musik wäre ich nichts, sie ist ein Anker für mich.“
Info In einer Serie taucht der Teckbote in die Kirchheimer Musikszene ein. Es werden unter anderem lokale Bands und Musiker unterschiedlicher Genres genauer unter die Lupe genommen.

