Owen. Tobias Kemmler, Regionalmanager bei Netze BW, hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung darüber informiert, wie Owen nach 2040 ans Wasserstoffnetz angeschlossen werden könnte. Bekanntlich will Baden-Württemberg bis 2040 klimaneutral sein. Netzbetreiber wie die Netze BW arbeiten deshalb an Gasnetztransformationsplänen (GTP). Ziel ist unter anderem, dass Erdgasleitungen wie die Schwabenleitung, an der Owen hängt, zu Wasserstoffleitungen umfunktioniert werden.
Erdgas wächst nicht mehr
Im Lenninger Tal existiert eine Gashochdruckleitung, die einst hauptsächlich für die Firma Scheufelen gebaut wurde. Dort sind zehn Kilometer Owener Gasnetz angeschlossen. 139 Hausgasanschlüsse gibt es aktuell im Städtle. „Da wird nicht mehr viel dazukommen“, prognostiziert Kemmler. Die Wärmepumpe werde zunehmend Einzug halten.
Wenn irgendwann kein Erdgas mehr durch die Leitungen strömt, kann das Netz laut Kemmler für Wasserstoff genutzt werden. „Was die Leitungen angeht, sind wir in Owen zu 100 Prozent bereit für Wasserstoff“, sagte der Regionalmanager von Netze BW. Auch bei der Netzhydraulik seien keine Probleme zu erwarten. „Wir könnten jeden Anschlusspunkt mit genügend Wasserstoff versorgen“, so Kemmler. Das einzige Thema seien die Gasdruck- und Messanlagen, die umgerüstet werden müssten.
Kein neues Gasnetz in Owen
Gemeinderat Jochen Eberhardt wollte wissen, ob Kunden, die eine neue Gasheizung einbauen lassen wollen, noch eine bekommen könnten – wohl wissend, dass es diesen Wunsch nicht mehr häufig gibt. „Dort, wo Gas in der Straße liegt, gibt es, Stand heute, einen Anschluss. So lange noch Verbraucher dranhängen, haben wir eine Versorgungspflicht“, sagte Tobias Kemmler. Neue Gasnetze werden allerdings nicht mehr ohne Weiteres erschlossen. „In Owen-West bauen wir kein Gasnetz auf, weil das nicht wirtschaftlich ist“, so Kemmler.
Obwohl Gas nicht mehr wächst, investiert die Netze BW ins bestehende Netz. Aktuell werde eine Gashochdruckleitung bei Dettingen gebaut, die momentan noch im Gleisbett der Teckbahn liegt, jedoch verlegt werden soll. „Einmal erhalten wir sie deshalb, weil wir ja nicht wissen, was noch im Scheufelen-Gebiet passiert“, so Kemmler. Dann gebe es noch ein Versorgungsgebiet in Unterlenningen, mit gewerblichen Kunden. Außerdem diene die Hochdruckleitung als Gasspeicher und sei damit wichtig für die Versorgungssicherheit.

