Beeindruckend war nicht nur die Show am Abendhimmel neben der Dettinger Schlossberghalle, sondern auch die Spendenbereitschaft für die Feuerwehrdrohne für die beiden Freiwilligen Feuerwehren Dettingen und Owen: Innerhalb kurzer Zeit kamen 26.080 Euro zusammen – deutlich mehr als gewünscht. Die Kosten für eine professionelle Drohne mit hochauflösender Kameratechnik belaufen sich auf etwa 17.500 Euro. Wegen der angespannter Haushaltslage in beiden Kommunen kamen die Verantwortlichen auf die Idee, einen Spendenaufruf zu starten.
Ein Meilenstein
„Ich war am Anfang skeptisch, ob dafür Spenden eingehen werden. Wir sind begeistert“, sagte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann im Namen sämtlicher Beteiligten. Von einem „fast schon historischen Moment und Meilenstein“ sprach Verena Grötzinger, Bürgermeisterin in Owen. Sie lobte die Kooperation der beiden Wehren. „Wir sind miteinander unterwegs – vor einigen Jahrzehnten hätte man sich das nicht vorstellen können“, sagte sie augenzwinkernd im Hinblick auf die nachbarschaftlichen Nicklichkeiten der beiden Orte in der Vergangenheit.
Die Drohnengruppe der beiden Feuerwehren hat ordentlich für die Feier für die Spenderinnen und Spender vorgelegt. Der Weg in den Silchersaal in der Schlossberghalle war nicht zu verfehlen: es blinkte, Warnschilder mit der Aufschrift „Drohne im Einsatz“ sowie Schutzwesten mit speziellen Aufdrucken wie „Einheitsleiter Drohneneinheit Teck“ säumten die Strecke. „Dieser Abend zeigt, wie stark unsere Gemeinschaft ist“, sagte Jürgen Holder, Kommandant der Dettinger Wehr. Seit rund 15 Jahren verbinde die Feuerwehren Dettingen und Owen eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Es ist ein starkes Team gewachsen – zum Schutz für die Bürgerinnen und Bürger. Die honorieren unsere Arbeit, das zeigt die große Spendenbereitschaft“, freut sich der Kommandant.
Mit der Drohne ist ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit aufgeschlagen worden. „Schon vor Jahren hatten wir bei einer Waldbrandübung eine private Drohne im Einsatz. Das brachte die Erkenntnis: Sie leistet einen wertvollen Dienst – und Informationen, wo wir fußläufig nicht hinkommen“, erklärte Markus Taxis, Kommandant der Owener Wehr. Im März 2023 sei deshalb ein Konzept für Einsatzmöglichkeiten erstellt und über 1000 Übungsstunden von der Drohneneinheit absolviert worden, die aktuell 19 Mitglieder zählt.
Karsten Rommel ist der „Drohnenboss“. Er fliegt privat gerne mit Drohne und regte deshalb die Einheit an. Ursprünglich war vorgesehen, ein Gerät im Wert zwischen 17.000 und 18.000 Euro zu kaufen. Aufgrund der hohen Spendenbereitschaft war es möglich, ein leistungsfähigeres Objekt zu erwerben. In einem kurzen Video stellte die Drohneneinheit ihr neues Hightech-Gerät vor, ehe es enthüllt und dann zur Vorführung nach draußen getragen wurde. Stolze 12,5 Kilogramm wog sie zu diesem Zeitpunkt, weitere 4,5 Kilogramm kann sie mit weiterem Equipment wuppen.
Alle Blicke waren schließlich nach oben gerichtet, als die Drohne in den kalten Nachthimmel stieg. Davor mussten klare Startabläufe, sprich Checks, eingehalten werden, die die Zuschauerinnen und Zuschauer am aufgestellten Monitor verfolgen konnten. Dort konnten alle die übertragenen Bilder der Kamera verfolgen, die auch ohne Scheinwerfer mit dem spärlichen Restlicht klar zu erkennen waren. Mithilfe des Lautsprechers können im Katastrophenfall Warnmeldungen und Durchsagen durchgegeben werden. Das Gerät verfügt über eine Wärmebildkamera und ein Laserradar. „Dieses Laserradar gewährt einen hohen Sicherheitsstandard. Bis auf 23 Millimeter erkennt es Hindernisse und hält die Drohne so auf Abstand. Das ist wichtig bei Stromleitungen und Bäumen“, so der Drohnenexperte.

