Programm
Premiere in Weilheim: Das Städtle feiert Vielfalt als kulturellen Schatz

Unter dem Motto „Dafür“ finden in Weilheim erstmals die interkulturellen Wochen statt. Die Organisatorin Oksana Gordejeva weiß, wovon sie spricht, denn sie ist ein Teil der kulturellen Vielfalt im Städtle.

Die Blumen der Hoffnung treten am Sonntag, 21. September, im Gemeindezentrum auf.  Foto: pr

Für Oksana Gordejeva ist interkulturelles Leben Alltag: Die gebürtige Lettin lebt seit sieben Jahren in Weilheim und hat das Städtle zu ihrer zweiten Heimat gemacht. „Es gibt viele Parallelen zwischen Riga und Weilheim, etwa den Schlüssel im Stadtwappen und eine Peterskirche haben wir auch“, sagt sie lachend. Mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann, einem IT-Experten, der wegen eines Jobs ins Ländle gekommen ist, fühlt sie sich pudelwohl unter der Teck. Als Dolmetscherin für Russisch konnte sie nicht nur ukrainischen Flüchtlingen helfen, sondern ist seit zwei Jahren auch Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Weilheim.

Daher sind ihr die interkulturellen Wochen, die am Sonntag, 21. September, eröffnet werden und erstmals in Weilheim stattfinden, ein besonderes Anliegen. „Die Idee gab es schon im vergangenen Jahr“, erzählt sie. Mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus Esslingen hatte sie sich mehrfach ausgetauscht, dort laufen die interkulturellen Wochen schon länger erfolgreich, bundesweit finden sie bereits zum 50. Mal statt. Die endgültige Zusage für Weilheim erhielt sie im April dieses Jahres. Dann war Ranklotzen gefragt, denn die Zeit war knapp, und ihr kam eine Eigenschaft zugute: „Ich bin gut im Improvisieren.“

Für sie ist es ein Herzensprojekt: Oksana Gordejeva. Foto: pr

Außerdem ist sie gut vernetzt: Aus ihrem großen Netzwerk, das sie sich in sieben Jahren aufgebaut hat, konnte sie schnell zahlreiche Teilnehmer gewinnen. Eine ukrainische Frauen-Musikgruppe etwa, die am Sonntag in traditionellen Kostümen und der Bandura, einer Harfe, im Gemeindezentrum am Egelsberg ab 17 Uhr auftreten wird. Dort werden auch die „Blumen der Hoffnung“ mit türkischer Musik zu sehen und zu hören sein.

Die Begrüßung, das erleichtert Oksana Gordejeva etwas, muss aber nicht sie übernehmen. „Ich bin schon so aufgeregt genug“, sagt sie. Bürgermeister Johannes Züfle wird das Motto „Dafür“ vorstellen. „Es erinnert uns daran, wofür wir gemeinsam einstehen: für Begegnung, für Austausch und für ein gutes Miteinander in unserer Stadt“, schreibt er im Programmheft. Die Vielfalt der Zähringerstadt, sie ist für ihn „ein großer Schatz“. 

Das Motto „Dafür“ wird visualisiert und auf Buttons gepresst, am Dienstag, 23. September. Natürlich darf auch die portugiesische Community in Weilheim nicht fehlen. Der portugiesische Verein öffnet am Freitag, 26. September, um 19 Uhr seine Türen in der Bissinger Straße 6. Dann können sich alle Interessierten selbst ein Bild von portugiesischer Gastfreundschaft machen. Eine Master-Class im Zumba, Schach, aber auch Kulinarisches gehört dazu, wie beim gemeinsamen Backen im Backhaus Hepsisau unter dem Motto „Omas Zeiten treffen Vielfalt“ am Donnerstag, 25. September.

Am Dienstag, 30. September, wird die interkulturelle Woche mit einem Workshop für Armbänder aus Natursteinen abgeschlossen. Oksana Gordejeva wird dann zwar erleichtert sein, weil das Projekt abgeschlossen ist, aber langweilig wird es ihr dann trotzdem nicht. Eine weitere Herausforderung hat sich die 41-Jährige, die Russisch, Lettisch, Englisch, Deutsch und teilweise Ukrainisch spricht, bereits gesetzt: „Ich bin dabei, Spanisch zu lernen.“ 

Info Die Plätze für einige Veranstaltungen sind begrenzt, eine Anmeldung an integration@weilheim-teck.de notwendig. Das komplette Programm gibt es online hier.