Handwerkskammer
Rainer Reichhold aus Nürtingen bleibt Kammerpräsident

Der 66-Jährige geht in seine fünfte Amtszeit.

Rainer Reichhold. Foto: pr

Region. Bei der konstituierenden Sitzung der neuen Vollversammlung der Handwerkskammer Region Stuttgart in dieser Woche wurde der amtierende Präsident Rainer Reichhold aus Nürtingen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Der 66-jährige Elektroinstallateurmeister ist Gesellschafter und Geschäftsführer von Elektro-Nürk in Zizishausen. Er wurde im Jahr 2005 in das Amt gewählt und bereits dreimal als Kammerpräsident wiedergewählt. Als Präsident einer der größten Handwerkskammern im Bundesgebiet vertritt er die Interessen von rund 32.000 Handwerksbetrieben in den Landkreisen Esslingen, Böblingen, Ludwigsburg, Göppingen, dem Rems-Murr-Kreis sowie dem Stadtkreis Stuttgart.

Die letzten fünf Jahre seien vor allem von dem Wort Krise geprägt gewesen, resümierte Rainer Reichhold laut einer Pressemitteilung seine vergangene Amtszeit. „Der wirtschaftliche und finanzielle Druck auf die Betriebe war in den letzten Jahren enorm und bleibt es leider auch. Umso wichtiger ist es, dass die inländische Wirtschaftspolitik Halt gibt“, wird Reichhold zitiert. Das Scheitern der Regierungskoalition auf Bundesebene habe aber das Gegenteil bewirkt: „Bisher ist leider nicht erkennbar, dass der bevorstehende Wahlkampf und die Neuwahlen den Aufbruch in eine Legislaturperiode der Reformen und Investitionen bedeutet.“ Stattdessen drehe sich die politische Diskussion um die Frage, was zurückgedreht und was bleiben solle: „Dabei brauchen wir neue Lösungen für die wachsenden Herausforderungen und vor allem eins: mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit, damit der Wirtschaftsstandort Deutschland wieder gestärkt wird.“

Für seine neue Amtszeit als Präsident hat sich Reichhold demnach zusammen mit Hauptgeschäftsführer Peter Friedrich das Ziel gesetzt, die Handwerksbetriebe im Strukturwandel und bei der Fachkräftegewinnung zu unterstützen. So werde die kammereigene Bildungsakademie ausgebaut, und bei der Ausbildung und Fachkräftegewinnung würden neue Projekte gestartet. „Wir sind dabei, die Möglichkeiten auszubauen, um Menschen passgenau zu qualifizieren, damit sie im Handwerk beruflich weiterkommen oder eine Tätigkeit im Handwerk aufnehmen können“, so Reichhold. Ab Januar 2025 werde das Berufsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz durch die Kammer umgesetzt, das 2,9 Millionen Menschen in Deutschland ohne formalen Berufsabschluss neue Wege zur beruflichen Entwicklung eröffnen soll. Zudem sei gerade die erste Teilqualifikation im Handwerk für den Beruf Elektroniker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, erarbeitet worden, die nun von den Bildungsstätten zu konkreten Bildungsmaßnahmen weiterentwickelt werde: „All dies zahlt auch auf das große Ziel ein, die Energiewende voranzubringen, denn dafür brauchen wir die Qualität geschulter Mitarbeitender im Handwerk.“